Homosexualität soll "nicht normal" sein:
Britische Tories schließen Kandidaten aus
- Umstrittener Sager von Philip Lardner auf Homepage
- Zweiter homophober Sager bei den Konservativen
·Ein knappes Rennen
mit gleich 3 Elefanten
Harte TV-Debatte im
britischen Wahlkampf
·Liberaldemokrat gewinnt TV-Debatte
England: Clegg deutlich vor Cameron und Brown
·Spannung kehrt nach Großbritannien zurück
Vor den Wahlen: Labour holt überraschend auf

Wegen einer schwulen- und lesbenfeindlichen Äußerung haben die britischen Konservativen gut eine Woche vor den Parlamentswahlen einen Kandidaten aus der Partei ausgeschlossen. Der schottische Kandidat Philip Lardner hatte auf seiner Homepage geschrieben, dass Homosexualität "nicht normal" sei. Diese Äußerung sei "zutiefst verletzend und inakzeptabel", erklärte der Chef der schottischen Tories, Andrew Fulton. Lardner sei deshalb aus der Partei ausgeschlossen worden. Die Äußerung wurde inzwischen von seiner Website gelöscht.
Im Rennen um das Amt des Premierministers ist der Vorfall für den konservativen Spitzenkandidaten David Cameron ein neuer Rückschlag. Im vergangenen Monat hatte bereits der in seinem Schattenkabinett als Innenminister vorgesehene Abgeordnete Chris Grayling mit homophoben Äußerungen für Empörung gesorgt. Er hatte sich dafür ausgesprochen, dass es streng gläubigen Christen möglich sein müsse, ihr Bed-and-Breakfast-Angebot homosexuellen Gästen zu verweigern. Grayling entschuldigte sich letztlich für seine Äußerung.
Bei den Parlamentswahlen am 6. Mai gibt einer Umfrage der Homosexuellen-Zeitung "Pink News" zufolge nur knapp jeder zehnte Homosexuelle den Tories seine Stimme. Die Labour-Partei von Regierungschef Gordon Brown kann demnach mit einer Unterstützung von 21 Prozent rechnen; die Liberaldemokraten um Spitzenkandidat Nick Clegg mit 58 Prozent der Stimmen von Schwulen und Lesben.
(apa/red)
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