Strache mistet bei der Tiroler FPÖ aus:
Fünf Mitglieder aus Partei ausgeschlossen
- Wegen "Putschversuch" gegen Landeschef Hauser
- Ausgeschlossene reagieren darauf mit Unverständnis
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Strache verbreitert Spitze
und rüffelt interne Kritiker

Nach einem monatelang schwelendem Machtkampf in der Tiroler FP rund um den schwer erkrankten Tiroler FP-Chef, LAbg. Gerald Hauser, hat FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache insgesamt fünf Parteimitglieder aus der Partei ausgeschlossen. Darunter der Landtagsabgeordnete Walter Gatt und der Innsbrucker Gemeinderat Christian Haager. Beide hatten sich in letzter Zeit massiv gegen Hauser gestellt. Hauser erklärte den Schritt mit einem "Putschversuch" der Parteifreunde während seiner Krankheit.
Wegen "Gefahr in Verzug" griff Strache in der zerstrittenen Tiroler Landesgruppe durch und schloss Gatt, Haager, den parlamentarischen Mitarbeiter der Nationalratsabgeordneten Carmen Gartelgruber, David Nagiller, RFJ-Landesobmann Patrick Haslwanter und Paul Pilgermair mit sofortiger Wirkung aus der Partei aus. Hausers Stellvertretern Gatt und Haager wurde "parteischädigendes Verhalten" vorgeworfen. Sie hatten in den vergangenen Tagen und Wochen ihren Landesobmann, der laut Bundes-FPÖ um den Ausschluss der drei ersucht hat, massiv attackiert und als Landesparteichef infrage gestellt.
Unverständnis bei Ausgeschlossenen
Für Gatt war im Gespräch sein Tags zuvor per E-Mail mitgeteilter Parteiausschluss nicht nachvollziehbar. "Ich habe mir nichts zuschulden kommen lassen", erklärte er. Er werde das Gespräch mit Hauser suchen, zudem werde er gegen den Ausschluss beim Bundesparteigericht vorgehen. Seine Berufung habe er bereits vorbereitet. Er hoffte, dass die Entscheidung rückgängig gemacht werden könne.
Auch Hausers zweiter Stellvertreter Christian Haager reagierte mit Unverständnis auf die Maßnahme. "Ich werde diese völlig ungerechtfertigte Aktion nicht akzeptieren und bekämpfen", kündigte er an. Es müsse "ja noch erlaubt sein, parteiintern Kritik zu äußern". Man habe auch während Hausers Abwesenheit immer Geschlossenheit demonstriert. Die Unterstellung, dem FP-Chef in den Rücken gefallen zu sein, sei "infam".
"Bin menschlich enttäuscht"
"Während meiner Behandlung in Wien ist versucht worden, den Innsbrucker Stadtparteiobmann Richard Heis statutenwidrig abzusetzen und einen Stadtparteitag zu erzwingen", teilte Hauser mit. Weiters sei, ohne mit ihm darüber zu reden, der Versuch gestartet worden, einen außerordentlichen Landesparteitag zu erreichen. "Von den ,Parteifreunden', die das initiiert haben, bin ich menschlich enttäuscht", teilte Hauser mit. Bei Hauser war im vergangenen Jahr eine bösartige Bluterkrankung diagnostiziert worden. Daher war er wochenlang zur Behandlung im AKH. Mit Mai will er wieder voll einsetzbar für die Partei sein.
(apa/red)
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