Buwog und ihre verflixten Zufälle: Grasser und Meischberger mit selber Treuhandfirma
- Gelder flossen auf Konto der Mandarin Group
- FORMAT: Grüne vermuten Mitschneiden Grassers

Die Ermittlungen in der Affäre Buwog brachten die Erkenntnis, dass der Buwog-Lobbyist Walter Meischberger und Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser die selbe Treuhandfirma in Liechtenstein nutzten. Dies berichtet das Wirtschaftsmagazin FORMAT in seiner aktuellen Ausgabe.
In seiner behördlichen Einvernahme erzählte Meischberger laut FORMAT, dass er einen Teil seiner Buwog-Provision über die Treuhandgesellschaft Mandarin Group Ltd. weiterleitete. "Befragt zum Kreditvertrag zwischen mir und der Mandarin Group Ltd. vom 5. Dezember 2007: Der Vertrag hat den eigentlichen tieferen Sinn, MIP Aktien zu kaufen", sagt Meischberger laut einem FORMAT exklusiv vorliegenden Einvernahmeprotokoll. MIP steht für die börsenotierte Meinl International Power, die damals von Grasser gemanagt wurde. Meischberger nannte laut FORMAT auch Bankverbindungen: "Mir wurde nur ein Konto der Raiffeisen Liechtenstein genannt. Ich habe 500.000 Euro überwiesen."
Die Mandarin Group tauchte laut FORMAT auch in der Affäre Hypo Group auf. Über die Treuhandfirma Ferint AG hatte sich Karl-Heinz Grasser an der Investorengruppe des Vermögensberater Tilo Berlin beteiligt. Die Gruppe verdiente beim Weiterverkauf ihrer Hypo-Group-Aktien an die BayernLB im Jahr 2007 rund 160 Millionen Euro. Grasser setzte damals via Ferint AG 500.000 Euro ein und stieg mit 783.000 Euro aus. In der Folge floss das Geld von der Ferint AG auf ein Raiffeisen-Konto der Mandarin Group in Liechtenstein. Die Mandarin agierte laut FORMAT als Grassers Treuhänder und hatte den Auftrag, ein Darlehen bei seiner Schwiegermutter Marina Giori-Swarovksi zu tilgen.
Für die grüne Nationalratsabgeordnete Gabriela Moser belegen die neuen Erkenntnisse ein weiteres Mal die Verstrickung Karl-Heinz Grassers in die Provisionsaffäre Buwog. Moser gegenüber FORMAT: "Die Geldflüsse legen die Vermutung nahe, dass Grasser beim Buwog-Deal mitgeschnitten hat. Es ist ein Justizskandal, dass seine Konten noch nicht geöffnet wurden." Für Grasser gilt freilich die Unschuldsvermutung.
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