12 Verletzte nach Zugcrash im Pongau:
Baukran erwischt vorbeifahrende S-Bahn
- Vorfall auf Strecke Mitterberghütten - St. Johann
- Fehlbedienung oder Gebrechen? ÖBB ermitteln

Bei einem Bahnunfall im Salzburger Pongau sind eine junge Frau aus der Region schwer und rund ein Dutzend weiterer Fahrgäste leicht verletzt worden. Ein Schienenbaufahrzeug hatte seinen Schwenkarm just in jenem Moment über das andere Gleis ausgefahren, als eine S-Bahn-Garnitur daher kam. Der Regionalzug wurde praktisch auf der ganzen Länge seitlich beschädigt.
Vor allem Glasscherben verursachten die Verletzungen. Am schlimmsten erwischte es eine junge Frau. Sie saß genau in jenem Bereich des Triebwagens, wo der Kran-Arm den Zug am heftigsten eindrückte. Die Pongauerin erlitt schwere Schädelverletzungen, hieß es vom Roten Kreuz. Sie wurde nach der Erstversorgung in das Krankenhaus Schwarzach eingeliefert.
Schock bei den Opfern
Laut ÖBB war die S-Bahn mit der Zugnummer 5068 auf dem Weg von Freilassing nach Schwarzach. Zwischen Mitterberghütten und St. Johann kam es dann zu dem Unfall. Der Bauzug hatte den Kran ausgefahren und dabei genau den Personenzug erwischt. Beide Garnituren blieben aber in den Schienen und entgleisten nicht.
Auch bei den meisten anderen Verletzen handelte es sich um Jugendliche, die großteils nach St. Johann unterwegs waren. Aber auch ein Ehepaar aus der Schweiz war unter den Opfern. Alle wurden vom Notarzt an der Unfallstelle untersucht, von den Sanitätern versorgt und dann ins Krankenhaus Schwarzach transportiert. Die genaue Zahl der Leichtverletzten ließ sich noch nicht sagen. Anfangs hatte es 17 geheißen, dies sei aber sicher zu hoch, weil auch einige Angehörige ins Spital transportiert worden waren. Es dürfte etwa ein Dutzend sein. Neben den Schnittverletzungen sei es vor allem der Schreck, der den Opfern zu schaffen mache.
Ermittlungen laufen
Laut ÖBB hatte die S-Bahn auf jeden Fall freie Fahrt. "Nach den Vorschriften wäre es nicht möglich, dass der Schwenkkran in den Bereich des Gegengleises kommt." Es gelte daher abzuklären, ob es zu einer Fehlbedienung gekommen oder ein technisches Gebrechen dafür verantwortlich sei. Die Ermittlungen laufen. (apa/red)
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