Garish und Bunny Lake spielen am 1. Wiener
Popfest: 38 Gratiskonzerte an vier Tagen
- Auch Tanz Baby! & A Life, A Song, A Cigarette dabei
- Kurator: "Stilmäßig ziemlichen Weg zurückgelegt"
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Von virtuellen Gorillaz zu Vintage-Revivalisten
Die erste Auflage des Wiener Popfests lädt mit 38 Konzerten an vier Tagen zu einem alternativ angehauchten Querschnitt der heimischen Musikszene. Gefeiert wird ab 6. Mai am Karlsplatz, wobei der Bandreigen von Garish über A Life, A Song, A Cigarette bis hin zu Paper Bird und Sir Tralala reicht.
Clara Luzia eröffnet das Festival mit einem Gig auf der - vor der Karlskirche gelegenen - "Seebühne", die auch in den Tagen darauf als zentraler Schauplatz dient. Kurator Robert Rotifer verriet bei einer Pressekonferenz seine nicht unambitionierte Mission: "Der Popbegriff in Wien wird nach diesen vier Tagen ein anderer sein."
Verschiedene Stilrichtungen
Ziel sei es gewesen, möglichst viele "Szenedörfer" - also verschiedene Stilrichtungen - unterzubringen. Angesichts des nun fixierten Programms lege man somit "stilmäßig einen ziemlichen Weg" zurück, freute sich der Wahlbrite und FM4-Radiomann Rotifer, der mit seinem aktuellen Album "The Children on the Hill" selbst gerade durch die Lande tourt.
Freier Eintritt
Das von der Initiative "karlsplatz.org" veranstaltete Open-Air-Spektakel mit freiem Eintritt wird teils von alten Bekannten wie Bunny Lake, Tanz Baby!, Ernst Molden oder Velojet bestritten, bringt aber auch frische Namen wie den heurigen Protestsongcontestgewinner pauT oder die mit 80er-Jahre-Stirnbändern ausgestatteten Astropanda auf die Bühne. Ein Teil der Gigs findet im Rahmen sogenannter Showcases statt, wo fünf Labels wie Problembär Records, Fettkakao oder Seayou ihre Bands und zugehöriges Merchandising präsentieren können. Am Sonntag, 9. Mai, feiert dabei das Tonträgerwerk Siluh Records, das etwa Killed By 9V Batteries oder Francis International Airport verlegt, seinen fünften Geburtstag.
Üppiges Begleitprogramm
Neben der "Seebühne", die für zehn Konzerte reserviert ist, dienen weiters das Wien Museum, die Technische Universität sowie die Kunsthalle-Dependance "project space" als Locations. Zusätzlich zur üppigen Musikbeschallung ab den frühen Nachmittagsstunden umfasst das Popfest auch gesprächslastiges Begleitprogramm. Diskutiert werden soll unter anderem über "Urheberrecht 2.0", Workshops zu den Themen "Social Media Tools" und "Pop Marketing 2.0" sind ebenfalls geplant.
"Auftakt einer längeren Reihe"
Von der Stadt Wien kommen 150.000 Euro Förderung (und 30.000 Euro Ausfallhaftung). Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (S) sprach von der Etablierung eines eigenen Kraftfelds für die Musikszene in Wien: "Die Stadt braucht neuralgische Punkte, wo sich Kultur verdichten kann" - und der Karlsplatz sei in den vergangenen Jahren zu einem solchen Ort geworden. Dass das neue Popfest angesichts der Wahl im Herbst eine einmalige Sache bleiben werde, wollte der Ressortchef nicht prognostizieren. Vielmehr sah er heute "großartige Chancen" dafür, dass der anstehende Gig-Reigen erst der "Auftakt einer längeren Reihe" sein könnte.
(apa/red)
