856 Mio. Euro für die maroden Griechen:
Pröll entwarnt österreichische Steuerzahler
- "Keine Kosten" - Rückzahlung erfolgt mit Zinsen
- Griechenland darf auf Hilfe von EU und IWF hoffen

·Euro leidet unter der
griechischen Tragödie
Schuldenkrise drückt
Kurs auf Ein-Jahres-Tief
·Griechenland muss nur mehr zugreifen
Europäische Hilfsmittel
für Athen stehen bereit
·Österreicher haben
für Griechen viel übrig
Rettungsplan für Athen
kostet uns 858 Mio. Euro
·30 Milliarden Euro
für Griechenland
Notkredite der Euro-
Gruppe stehen bereit
·Spindelegger begrüßt
Griechenland-Nothilfe
Wichtig für Sicherung der gemeinsamen Währung
·Vertrauen in Athen
schwindet zusehends
Europa arbeitet unter
Hochdruck an Hilfsplan
·Griechenland: Tief-
Punkt der Krise vorbei
Premier Papandreou
sieht Talsohle bewältigt
·Angela Merkel kocht
die Eurostaaten ein
Berlin gibt bei Hilfe für
Griechenland den Ton an
·Europa greift für
Athen in die Tasche
Polit-Poker endet mit
einer Milliardenzusage
Wegen einer drohenden Staatspleite flüchtet sich Griechenland in die Arme der Europartner und des IWF: Erstmals in der Geschichte der Währungsunion soll damit ein Mitgliedsland vor der Zahlungsunfähigkeit bewahrt werden. Österreich hilft mit bis zu 858 Mio. Euro aus. Dem Steuerzahler entstünden keine Kosten, weil das Darlehen mit Zinsen zurückbezahlt werden müsse, so Finanzminister Pröll.
"Es ist zwingend, dass wir um die Aktivierung des Rettungsmechanismus bitten", sagte der griechische Regierungschef Papandreou in dem dringenden Hilfsappell an die Partner in Brüssel und Washington. Papandreous Rede war sehr emotional. Die Griechen erwarte eine "neue Odyssee" meinte er. "Wir kennen aber den Weg nach Ithaka", fügte Papandreou hinzu. Zur Erklärung meinte Papandreou, dass die Hoffnung, die internationalen Märke würden positiv auf das griechische Sparprogramm und die Hilfeplan der EU reagieren, habe sich nicht bewahrheitet. Griechenland laufe Gefahr, dass wegen der Spekulanten alle Sparanstrengungen zunichte gemacht werden. Aus diesem Grund sei Athen gezwungen, jetzt schon zu handeln.
EU und IWF sagen Hilfe zu
EU und IWF sagten zu, schnell auf den Hilferuf zu reagieren. Wegen explodierender Kosten für die Schuldenaufnahme war die Regierung in Athen unter Druck geraten, rasch die Reißleine zu ziehen. Das Rettungspaket könnte mit einem Volumen von 45 Mrd. Euro allein im ersten Jahr mittelfristig die bisher größte derartige internationale Stützungsaktion werden.
Nach Angaben des griechischen Finanzministers Papakonstantinou kann die erste Tranche aus dem Hilfspaket bereits vor dem 19. Mai fließen. Dann benötigt die Regierung rund 8,5 Mrd. Euro an frischem Geld, um eine fällige Staatsanleihe zurückzuzahlen. Insgesamt summiert sich der Refinanzierungsbedarf des klammen EU-Staats innerhalb der nächsten zwölf Monate auf schätzungsweise 39 Mrd. Euro.
Finanzmärkte atmen auf
Nach einem griechischen Antrag müssen zunächst die EZB, IWF und die EU-Kommission Hilfen für Griechenland befürworten. Dann müssen die 16 Regierungen der Eurostaaten einen einstimmigen Beschluss fassen - Deutschland hat ein Vetorecht. Erst dann ginge es um die Umsetzung innerhalb Deutschlands. Nach dem offiziellen Hilfsgesuch Griechenlands atmeten die Finanzmärkte zunächst auf. Der Euro und die Aktienmärkte legten zu.
In Athen und in Thessaloniki demonstrierten noch am Abend mehrere hundert Menschen gegen die Entscheidung der griechischen Regierung für Finanzhilfen. In Athen kam es zu kurzen Zusammenstößen mit der Polizei, als die Sicherheitskräfte ein Vordringen der Protestierenden auf die Vertretung der EU-Kommission verhinderten.
(apa/red)
