Mittwoch, 21. April 2010

Aschewolke beschert ÖBB Geldregen:
Umsatz am Wochenende fast verdoppelt

  • Gewinn von 3,2 auf über 6 Millionen Euro gestiegen
  • Verstärktes Angebot: Auch mehr Kosten entstanden

Für die ÖBB hat der Vulkanausbruch und die Luftfahrtturbulenzen deutlich mehr Geld in die Kassen gespült. Österreichweit sei der Umsatz im Personenverkehr alleine am Wochenende (16. bis 18. April) von 3,2 Mio. auf über 6 Mio. Euro gestiegen, am Westbahnhof, Drehscheibe für die meisten gestrandeten Passagiere, wurde der Umsatz am Wochenende sogar ums Viereinhalbfache gesteigert.

Wie hoch der Gewinn für die ÖBB letztlich ausfällt lasse sich noch nicht genau sagen, aber unterm Strich werde sich die Vulkanasche für die Bundesbahn sicher positiv auswirken: "Wir erwarten, dass sich das für uns rechnet", betonte ÖBB-Personenverkehrschefin Gabriele Lutter.

Westbahnhof mit viereinhalbfachem Umsatz
Am Westbahnhof werde an einem "normalen Wochenende" rund 215.000 Euro Umsatz eingefahren, am Vulkan-Wochenende waren es mindestens 965.000 Euro - da seien die Ticket-Automaten, die zum Teil noch nicht ausgeleert wurden, noch gar nicht einberechnet, erklärte Lutter. Österreichweit habe sich der Ticketumsatz bei Internet und Handy von 271.000 auf 673.000 Euro erhöht. Auch beim Call Center der ÖBB habe sich der Umsatz von 116.000 auf 320.000 Euro fast verdreifacht.

Dabei wurden von den ÖBB Fahrkarten nach ganz Europa verkauft - Ziele wie Barcelona, Paris, London, Stockholm, Brüssel und Amsterdam waren keine Seltenheit. Dass eine Zugfahrt nach Barcelona bis zu 25 Stunden dauern kann, hat die gestrandeten Passagiere offenbar nicht abgeschreckt.

Auch mehr Personalaufwand
Das verstärkte Angebot der ÖBB hat natürlich auch mehr Aufwand und Kosten bedeutet: 2.300 Überstunden fielen bisher an, 40 zusätzliche Mitarbeiter wurden an den Kassen eingesetzt, 13 weitere im Call Center. Bis zu 14 Sicherheits-Mitarbeiter haben Passagiere und Mitarbeiter unterstützt sowie am Bahnhof Kaffee und Mineralwasser ausgeschenkt. Noch immer sind die Kassen rund um die Uhr geöffnet und es werden Sonderzüge angeboten. Bis heute wurden - dank Vulkanausbruch - 65 Sonderzüge mit einem Zusatzangebot von 36.000 Sitzplätzen angeboten. Von Freitag bis heute waren 60.000 bis 70.000 zusätzliche Fahrgäste mit den ÖBB unterwegs. Das zusätzliche Angebot werde - je nach Entwicklung des Vulkanausbruchs - weiter eingesetzt, versicherte Lutter.

Lob äußert die Bahn-Managerin für die Leistung der ÖBB-Mitarbeiter und das schnelle Krisenmanagement: Bereits zwei Stunden nach der ersten Krisensitzung am Freitag sei um 12.30 Uhr der erste Sonderzug auf Schiene gestellt worden.

(apa/red)

21.4.2010 12:00