Dienstag, 20. April 2010

Airlines auf der Jagd nach Asche: Staat und
Kunden sollen für die Verluste geradestehen

  • Europas Fluglinien geht rund eine Milliarde Euro flöten
  • Überlegungen zu Staatshilfe, Klagen & Ticketpreisen

Das stellt selbst 9/11 in den Schatten: 85 von 100 Flügen gestrichen, vier von fünf Flughäfen stehen still. Die isländische Aschewolke hat nicht nur das schwerste Verkehrschaos seit den Anschlägen auf das World Trade Center verursacht, sondern auch reichlich Geld verbrannt. Kohle, die sich die Fluglinien nun vom Staat zurückholen wollen. Und von den Kunden.

Eine runde Milliarde hat das Desaster aus heiterem Himmel die europäische Flugbranche bisher gekostet. Noch sind die Fluglinien mit der Wiederherstellung des regulären Flugverkehrs zu beschäftigt, um sich an die düstere Bilanz des vergangenen Wochenendes zu machen. Aber es gibt bereits erste Schätzungen - und die fallen verheerend aus.

Knappe zehn Millionen Euro wird die Vulkanasche voraussichtlich Fly Niki kosten und damit beinahe den gesamten Vorjahresgewinn von Niki Laudas Airline verschlingen. Und doch gibt es Fluglinien, die es noch schlimmer erwischt hat: British Airways darf mit einem Verlust von 90 Millionen Euro rechnen, in ähnlichen Dimensionen wird sich der Schaden der AUA-Mutter Lufthansa bewegen.

Geld vom Staat?
"Tatsache ist, dass wir hier riesige Verluste erleiden", fasst Air Berlin-Chef Joachim Hunold die Lage zusammen, um sogleich den Staat ins Spiel zu bringen: "Wir werden gucken, ob wir hier nicht eine vergleichbare Situation mit den Terroranschlägen vom September 2001 haben", was den Zugriff auf Staatshilfen beinhalten würde.

Die Idee, sich beim Staat für die erlittenen Verluste schadlos zu halten, hat inzwischen auch auf Österreich übergegriffen: Finanzielle Entschädigungen, wie sie Fly Niki prüft, könne man laut Wirtschaftsminister Mitterlehner nicht ausschließen, denkbar wären aber auch Bitten um Staatshilfen, wie sie die Republik etwa der Bankenbranche vor einem Jahr gewährt hat.

Aber auch von einer anderen Seite könnten sich die Fluglinien verlorene Asche wieder hereinholen: von den Kunden. "Die Preise könnten um durchschnittlich drei bis vier Euro ansteigen", erwartet Luftfahrtexperte Cord Schellenberg im Gespräch mit der "Thüringer Allgemeinen". Ob dieses Vorhaben das Vertrauen in die ohnehin bereits gebeutelte Flugbranche erhöht? Entscheiden werden das ohnehin die Kunden.
(mei)

20.4.2010 14:51
Berndorferbaer, 21. 04. '10 11:09
wo geht das noch hin?
also, es ist meiner meinung nach eine unverfrohrenheit, für höhere gewalt, die jedoch nicht das volk trifft, uns steuerzahler dafür zur kasse zu bieten. die aua wurde verkauft, vorher an die wand geflogen, wir gutgläubigen steuerzahler zahlen einen millionenbetrag für unfähige menager an abfertigung. das budget wird wieder auf vordermann gebracht, durch wen? na durch uns steuerzahler, sind wir nicht schon zu idioten gestempelt, mit denen man alles machen kann? es ist zum kotzen!!! für hochwasseropfer hat man nur kleine beträge zur verfügung, für airlines, die sind ja größer und mächtiger, natürlich riesensummen. wo geht das noch hin?
autonom, 21. 04. '10 07:44
Nach Staatshilfe zu rufen ist bei uns völlig normal
Zum Beispiel erhält die Landwirtschaft Hilfe wenn es hagelt, wenn es zu wenig regnet, wenn es zu viel regnet. Bei vielen Veranstaltungen stellt die öffentliche Hand die Ausfallhaftung. Ganz zu schweigen von den hunderten Millionen Steuergeldern die für so Veranstaltungen wie eine Schi-WM in Schladming gefordert werden. Das alles ist genauso in Frage zu stellen wie die jetzt geforderte Hilfe für die Fluglinien. Schön langsam sollten ALLE Förderungen und Unterstützungen eingestellt werden, der Staat hat genug Schulden.
galileo2, 21. 04. '10 07:00
Jo san denn die jetzt schon komplett depat,
für was soll der Steuerzahler denn noch alles herhalten.
ichkakmirindiehos, 20. 04. '10 19:30
Höhere Gewalt
Eine Frage, wer haftet eigentlich bei Höherer Gewalt ?
Nur weil man sich nicht dagegen versichern kann, müssen das wir die Steuerzahler blechen ? Intressante vorgehensweise, würde das mir passieren, heißt es "Pech gehabt, schlechtes Jahr dawischt". Anstatt mit ein paar Fluglinien aufzuräumen, denkt man an Staatshilfen !? Eigenartig, äußerst eigenartig !
hary1965, 20. 04. '10 16:59
Totale Frechheit??
Airliner bieten Dumpingpreise um Kunden für sinnlose Flüge zu gewinnen. Nun sind sie nicht in der Lage eine Naturkatastrophe finanziell aus zu halten. Soll vielleicht der Steuernzaghler die Billigflieger finanzieren, so quasi die Resi die gerne einen Kaffe in London trinken will oder den Pensionisten Otto den es Zuhause so kalt ist, und der zum Aufwärmen zwei Tage nach Tunis fliegen muß. Wird spannend welcher Politiker sich dies traut, und wie der Wähler die keine Billigflieger sind sondern Steuernzahler sind, darauf reagieren. Bei Niki hat man nun das Gefühl sein Unfall hatte doch Spätfolgen, könnten aber auch Folgen vom schnellen Kreisfahren sein.
brabus, 20. 04. '10 16:04
Staatshilfe für Fluggesellschaften ?
Sind die Leute wahnsinnig geworden? Oder nur so unverfroren? Wenn sie den Staat (uns Steuerzahler) benötigen, dann sollten wir auch die Eigentümer sein, die solche Manager auch rausschmeißen können wenn ihnen sonst nichts mehr einfällt für das viele Geld, dass sie monatlich kassieren. Oder bekommt jeder kleine und mittlere Betrieb in Österreich, der unter all den Krisen leidet für die er nichts kann auch Staatshilfe?
Berndorferbaer, 21. 04. '10 11:19
Re: Staatshilfe für Fluggesellschaften ?
hallo brabus!
natürlich, bekommst du staatshilfe, es kommt der exekutor, der hilft dir deinen betrieb zu verhökern. ein kleines konkurserl, eine kleine auffanggesellschaft, steuern sparen, bzw. gar keine zu bezahlen. (semperit) wenn die gaudi zu ende ist, steuern für uns fällig werden, na dann gehen wir halt nach rumänien, dort kostet der arbeiter nicht einmal 150€ im monat. ist das nicht herrlich?
desshalb wirst du auch auf meinen autos keinen conti reifen sehen, so bedanke ich mich im kleinen dafür.