Staatliche Schulden bedrohen Konjunktur:
IWF warnt vor neuer Phase der Finanzkrise
- "Echtes Risiko, dass die Erholung untergraben wird"
- Forderung nach glaubwürdigen Sanierungsplänen
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Die Schuldenberge reicher Länder bedrohen nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) die angelaufene Konjunkturerholung. Werde die überbordende öffentliche Verschuldung nicht angegangen, "gibt es ein echtes Risiko, dass die Erholung untergraben und die Finanzkrise in eine neue Phase hinein verlängert wird", sagte Jose Vinals, Chef der IWF-Abteilung für Geldpolitik und Kapitalmärkte.
"Obwohl sich der Zustand des globalen Finanzsystems und seine Aussichten in jüngster Zeit verbessert haben, ist Stabilität noch nicht garantiert", warnte der Fonds-Ökonom bei der Vorstellung des jüngsten IWF-Berichts zur Stabilität des globalen Finanzsystems in Washington.
Griechenland nicht alleine
Zwar sei viel von der Schuldenkrise in Griechenland die Rede. Doch sei das Problem keineswegs auf ein Land beschränkt, betonte Vinals. Er verwies auf die Verschuldung der größten Wirtschaftsnationen, die gemessen an ihrer Wirtschaftsleistung das höchste Niveau seit dem Zweiten Weltkrieg erreicht habe. "Und das ohne einen Weltkrieg", sagte der IWF-Experte.
Es bestehe die Sorge, dass Investoren wegen der ausufernden Staatsverschuldung höhere Risikoaufschläge verlangten und dies am Ende höhere Zinsen für die Privatwirtschaft wie auch den öffentlichen Sektor bedeuten könnte. "Das könnte die Finanzkrise in die Länge ziehen und die Konjunkturerholung untergraben."
Glaubwürdige Sanierungspläne gefordert
Die Regierungen müssten deshalb bald glaubhafte, mittelfristige Pläne zur Sanierung ihrer Etats entwerfen. Dies ist laut IWF die "gewaltigste Aufgabe", mit der betroffene Länder auf kurze Sicht konfrontiert seien. Der Prozess des Schuldenabbaus müsse sanft und allmählich erfolgen. Zudem müssten Regierungen ihre Bemühungen um eine Finanzreform vorantreiben, um das System stabiler zu machen. (apa/red)

