Dienstag, 20. April 2010

4,1 Milliarden Euro an neuen Steuern:
Regierung nennt erstmals konkrete Zahl

  • Nur Vermögenssteuer und Ökosteuer aber zu wenig
  • Einigung über das Jahresbudget 2011 steht noch aus

Für die Steuerpläne der Regierung liegt nun erstmals eine Gesamtzahl auf dem Tisch. Die Koalition peilt im Strategiebericht zum Finanzahmen bis 2014 Steuererhöhungen um 2,78 Mrd. Euro allein für den Bund an. Gemäß den Regeln des Finanzausgleichs würden Länder und Gemeinden in diesem Fall weitere 1,37 Mrd. Euro kassieren. Macht in Summe also Steuererhöhungen um 4,1 Mrd. Euro - womit selbst die gleichzeitige Umsetzung der Vermögenssteuerpläne der SPÖ und der Ökosteuerpläne der ÖVP nicht ausreichen würde, um diese Summe hereinzuspielen.

Im Strategiebericht zum Finanzrahmen finden sich dem Vernehmen nach zwar nur die "Einnahmenseitigen Maßnahmen" des Bundes, allerdings ergeben sich daraus automatisch auch die Anteile der Länder und Gemeinden. Grund: Laut Finanzausgleich erhält der Bund 67 Prozent der gemeinsamen Steuereinnahmen, die Länder bekommen 21,4 und die Gemeinden 11,6 Prozent - macht in Summe also ein Drittel für Länder und Gemeinden. Und Finanzminister Josef Pröll hat bereits grundsätzlich angekündigt, an diesem Verhältnis festhalten zu wollen.

Daraus ergibt sich für 2011 die bekannte Summe von rund 1,7 Mrd. Euro an neuen Steuern (siehe Tabelle). Allerdings sollen die Steuererhöhungen - ebenso wie die von der Regierung geplanten Einsparungen im Staatsbudget - in den Jahren bis 2014 weiter steigen. Konkret ist für 2012 ein Bundesanteil von 1,9 Mrd. Euro vorgesehen, wofür (wegen des Anteils der Länder und Gemeinden) Steuererhöhungen von insgesamt rund 2,9 Mrd. Euro nötig sind. 2013 belaufen sich die Steuererhöhungen dann bereits auf 3,5 Mrd. Euro und 2014 auf 4,1 Mrd. Euro.

Damit werden 2014 nicht einmal die kombinierten Steuerpläne von SPÖ und ÖVP ausreichen, um das Plansoll zu erfüllen. Einig sind sich SPÖ und ÖVP bisher ja nur über die Einführung einer Bankensteuer von 500 Mio. Euro, zusätzlich will die SPÖ Steuern auf Börsenumsätze, Vermögenszuwächse und Managergehälter im Ausmaß von 1,03 Mrd. Euro einführen, die ÖVP plant rund zwei Mrd. Euro an neuen Energiesteuern - in Summe also 3,5 Mrd. Euro. Das wäre exakt jene Summe, die zum Ende der Legislaturperiode 2013 benötigt würde. Wesentliche Mehreinnahmen würde lediglich eine europaweite Finanztransaktionssteuer bringen, die aber derzeit nicht absehbar ist.

Allerdings sind die über 2011 hinausreichenden Zahlen derzeit nur unverbindliche Absichtserklärungen. Vorerst muss die Koalition eine Einigung über das Jahresbudget für 2011 erzielen. Für 2012 und 2013 ist dann - entgegen der politischen Absichtserklärung, derartige Vorgehensweisen künftig zu unterlassen - ein Doppelbudget vorgesehen. Und über das Budget 2014 wird sich wohl ohnehin eine neue Regierung den Kopf zerbrechen müssen, denn die nächste Nationalratswahl steht spätestens 2013 am Programm.


Geplante Steuererhöhungen bis 2014 in Mio. Euro
.2011201220132014
Anteil Bund1.1241.9292.3472.780
Länder und Gemeinden5539501.1561.369
GESAMT1.6772.8793.5034.149



(apa/red)

20.4.2010 14:16
Woppo, 19. 04. '10 22:47
Komisch,Gusi und Molterer teilten vor der Letzten Wahl noch
mächtig aus,jetzt sind wir auf einmal pleite ! Hatte der beste Finanzminister doch keine Ahnung von der Wirtschaft ?Gestern stand in einer Zeitung,das Molterer derzeit im Finanzministerium arbeitet,das kann doch nur Böses für das Land beteuten ! Wer am Bauernhof unfähig ist ,ist auch für höhere Aufgaben nicht geeignet !
Vasant, 19. 04. '10 17:50
Politikersteuer!
Super, zahlen jetzt endlich die Politiker 15-20% von deren
Jahresgehalt als Steuerunterstützung für nicht erbrachte
Leistungen, oder kassieren die nur mehr Geld von uns
allen, damit die weiterhin für nichts erhalten werden?

Schön, dass man zwar dem Steuerzahler keine Arbeit
usw. bieten kann, aber gerade dort immer neue Steuern
einführt wo eh schon genug gezahlt wird!

STEUERN für Politiker die nach Leistungen bezahlt
werden sind nun eine Aufgabe der EU, weil sonst
verdienen sich die Leute deppert die diese Krise
durch deren Fehlpolitik gefördert haben und das
kann es ja nicht sein, dass die sich dadurch nun
noch reicher machen!

POLITIKERSTEUERN! und PUNKT!
Finanzbeamter, 19. 04. '10 16:19
Steuererhöhung <= > Verwaltungsreform
Grasser wollte mit der Reform der Finanzverwaltung ab 2005 jährlich 254 Millionen Euro durch Personaleinsparung und Mehrsteuern aus Prüfungen hereinholen. Seit 2005 müssten das also jetzt 1,25 Mrd Euro sein. Wo sind die? Sind diese Einsparungen genauso eine Seifenblase wie sein Nulldefizit? Weshalb werden solche Politiker nicht wie Manager in die Verantwortung genommen?