Mittwoch, 21. April 2010

Bayern gegen müdes Lyon auf der Hut: Münchner im im Semifinal-Hinspiel Favorit

  • Franzosen durch strapaziöse Anreise gehandicapt
  • CL: Bayern vor Duell mit Olympique vorsichtig

Bayern München nimmt heute (ab 20.45 Uhr LIVE auf NEWS.at) in der Allianz Arena den nächsten Schritt zum möglichen Titel-Triple. Ob es ein Fehltritt wird, liegt im Semifinal-Hinspiel der Champions League nicht zuletzt an Gegner Olympique Lyon - einem Neuling in der Vorschlussrunde der Königsklasse. Neben der Unerfahrenheit der Franzosen auf dieser Ebene sprechen gegen die routinierten Bayern auch die Anreisestrapazen nicht unbedingt für die Gäste.

Durch die Flug-Verbote musste Lyon nicht nur in neun mit je vier Personen besetzten Mini-Vans die über insgesamt zwei Tage und 855 Kilometer gegangene Anreise nach München auf sich nehmen, sondern hatte auch in der Nacht vor der Abreise eine siebenstündige Busreise vom Liga-Spiel in Bordeaux zu verkraften. Das ist für das viermal im Champions-League-Viertelfinale gescheiterte Team sicher keine optimale Vorbereitung auf das so wichtige Match.

Der deutsche Tabellenführer ist vor Lyon nichtsdestotrotz auf der Hut, Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge sprach von einer "Fifty-fifty"-Chance. "Das ist ein Spiel auf Augenhöhe. Wir sind nicht Außenseiter, aber auch nicht Favorit", meinte der ehemalige deutsche Teamstürmer. Die Statistik bestätigt ihn, bei bisher sechs Champions-League-Partien der beiden Clubs gab es auf beiden Seiten je zwei Siege sowie auch zwei Remis.

Van Bommel fehlt
Bayern-Coach Louis van Gaal muss danach trachten, den Ausfall des gesperrten Kapitäns Mark van Bommel zu kompensieren, der Kroate Daniel Pranjic soll im zentralen Mittelfeld diese Aufgabe übernehmen. Die Chefrolle ist diesmal freilich Bastian Schweinsteiger zugedacht. Zuversichtlich ist Van Gaal hinsichtlich des an einer Muskelverhärtung laborierenden Franck Ribery. Der Franzose soll mit dem in Topform agierenden Arjen Robben die Lyon-Abwehr durcheinanderwirbeln.

Ribery fehlte nach Bekanntwerden seiner Verwicklung in die Sex-Affäre rund um das französische Nationalteam am Dienstag bei der Pressekonferenz. Bayern-Ehrenpräsident Franz Beckenbauer glaubt jedoch nicht, dass der Angreifer der "Equipe Tricolore" durch diese Enthüllungen im Match belastet sein wird. "Franck ist ein Spieler, wenn der den Ball sieht, wenn der im Stadion ist, dann kennt der nur noch eines - den Ball", erklärte der Weltmeister-Spieler und -Coach.

Bei Lyon kommt zur strapaziösen Anreise und zu gleich drei angeschlagenen Innenverteidigern noch eine hoch akute Gelbgefahr. Mit Aly Cissokho, Cris, Cesar Delgado, Maxime Gonalons, Kim Källström, Miralem Pjanic und Jeremy Toulalan wären gleich sieben Spieler bei einer Verwarnung im Rückspiel am nächsten Dienstag in Lyon gesperrt. Bei den Münchnern ist hingegen nur Pranjic gefährdet. Dafür haben die Franzosen den Vorteil, sich ohne Ligabelastung fünf Tage lang konzentriert auf das Rückspiel vorbereiten zu können.

(apa/red)

21.4.2010 12:54