Misshandlungsaffäre bringt Bischof zu Fall:
Augsburger Kirchenchef Mixa zurückgetreten
- Bischof schlug Kinder mit voller Wucht ins Gesicht
- Rücktritt soll weiteren Schaden von Kirche abwenden

Das Bistum Augsburg in Deutschland hat das an den Papst gerichtete Rücktrittsgesuch von Bischof Walter Mixa bestätigt. Die anhaltende öffentliche Diskussion um seine Person habe in den vergangenen Wochen die Priester und Gläubigen im Bistum schwer belastet, heißt es den Angaben zufolge in dem Schreiben des Bischofs. Es gilt als sicher, dass der Papst das Gesuch annimmt.
Mixa hatte nach wochenlangen Leugnen vor kurzem zugegeben, in seiner Zeit als Stadtpfarrer von Schrobenhausen Kinder geschlagen zu haben. Während Mixa von Ohrfeigen oder "Watschen" sprach, werfen ihm Opfer des Kirchenskandals vor, sie teilweise mit voller Wucht ins Gesicht geschlagen zu haben. Außerdem soll er Geld einer Waisenhausstiftung satzungswidrig verwendet haben.
Mit seinem Rücktritt wolle er dafür Sorge tragen, "weiteren Schaden von der Kirche abzuwenden und einen Neuanfang zu ermöglichen", so Mixa. In fast 40 Jahren als Priester und 14 Jahren als Bischof "ging es mir immer darum, Zeuge des Evangeliums zu sein und als Seelsorger den mir anvertrauten Menschen zu dienen. Meiner eigenen Schwächen war und bin ich mir dabei wohl bewusst", schrieb Mixa dem Bistum zufolge an den Papst.
"Alle, zu denen ich ungerecht gewesen sein mag, und alle, denen ich Kummer bereitet habe, bitte ich heute noch einmal um Verzeihung", erklärte er. "Ich tue diesen Schritt in unerschütterlichem Vertrauen auf die Gnade Gottes und hoffe zuversichtlich, dass der Vater im Himmel die Kirche von Augsburg in eine gute Zukunft führen wird." An einer weiteren lückenlosen Aufklärung aller gegen ihn erhobenen Vorwürfe wolle er auch in Zukunft weiter aktiv mitwirken.
Rücktritt nahegelegt
Zuletzt hatte sogar der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Robert Zollitsch, dem umstrittenen Augsburger Bischof Walter Mixa einen vorübergehenden Amtsverzicht nahegelegt. Auch in der Region war der Bischof in Predigten von Pfarrern kritisiert worden.
Vorwürfe, Mixa habe als Stadtpfarrer von Schrobenhausen nennenswerte Geldbeträge zum Schaden einer Waisenhausstiftung zweckentfremdet, werden derzeit von einem Sonderermittler und einer Münchner Anwaltskanzlei geprüft. Es geht um überteuerte Kunstwerke und Teppiche, Wein, Möbel, Mixas Bischofsring und ungeklärte Zahlungen, die in Verantwortung von Mixa aus dem Stiftungsvermögen widerrechtlich bezahlt worden sein sollen.
(apa/red)
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