Blaue Wähler lassen Rosenkranz im Stich:
Nichtwählerschaft wird von FPÖ dominiert
- Nur 25 Prozent von 2008 stimmen für Rosenkranz
- Analyse: Hälfte der ÖVP-Wähler unterstützt Fischer
·Am Ende will es niemand gewesen sein
SPÖ & ÖVP streiten über geringe Wahlbeteiligung
·Geben wir einfach dem Wetter die Schuld
NEWS.at-Kommentar zu geringem Wahlinteresse
·78,9 Prozent: Fischer wird im Amt bestätigt
Der große "Gewinner"
ist aber der Nichtwähler
·Gemeinden: Von
17,6 bis 84,0 Prozent
Große Schwankungsbreite
bei der Wahlbeteiligung
·Unsere Politiker geben ihre Stimme ab
Bundespräsidentenwahl: Kandidaten & Co. wählen
·"Kein Anlass zur
Freude" für Fischer
Die REAKTIONEN zur Bundespräsidentenwahl

Die Wahlbeteiligung bei der Bundespräsidentschaftswahl vom Sonntag hat mit 49,2 Prozent (vorläufiges Endergebnis) einen historischen Tiefststand erreicht. Vergleicht man mit der Nationalratswahl 2008, so sind die FPÖ-Wähler am stärksten ins Lager der Nichtwähler gewechselt. Laut ORF/SORA-Wählerstromanalyse sind 63 Prozent all jener, die bei der Nationalratswahl für die FPÖ votiert hatten, bei der Präsidentschaftswahl daheimgeblieben.
Nur 25 Prozent der ehemaligen FPÖ-Wähler votierten diesmal für die von der Partei nominierte Kandidatin Barbara Rosenkranz. Weitere elf Prozent wechselten ins Lager von Heinz Fischer, zwei Prozent gaben Christen-Kandidat Rudolf Gehring ihre Stimme.
ÖVP-Anhang votiert für Fischer
Die ÖVP-Wähler von 2008 teilten sich fast je zur Hälfte ins Lager der Nichtwähler (46 Prozent) sowie in Richtung Fischer (44 Prozent) auf. Weitere sechs Prozent der ehemaligen ÖVP-Wähler wanderten ins Lager von Christen-Kandidat Rudolf Gehring, nur vier Prozent Richtung FPÖ-Kandidatin Barbara Rosenkranz.
Von den SPÖ-Wählern der letzten Nationalratswahl entschieden sich 83 Prozent für Fischer, zwölf Prozent blieben den Urnen fern. Vier Prozent wechselten ins Lager der FPÖ und ein Prozent entschied sich für Gehring.
Grüner Wahlaufruf wirkt
Stark profitiert haben dürfte Fischer auch vom Wahlaufruf der Grünen: 83 Prozent der Grün-Wähler von 2008 votierten diesmal für das amtierende Staatsoberhaupt; 14 Prozent blieben diesmal zu Hause und jeweils zwei Prozent gingen ins Lager von Rosenkranz bzw. Gehring.
Stark ins Lager der Nichtwähler abgewandert sind auch die Wähler des BZÖ - das ebenso wie die Grünen keinen Bewerber ins Rennen schickte, aber auch keine Wahlempfehlung abgab. 60 Prozent der Orangen von 2008 blieben diesmal daheim. Immerhin 21 Prozent davon votierten aber für die FPÖ-Kandidatin Rosenkranz. 17 Prozent entschieden sich für Fischer.
Kaum Interesse bei BZÖ-Wählern
Betrachtet man die Zusammensetzung des Lagers der Nichtwähler, so macht dort die Gruppe jener, die auch 2004 den Urnen ferngeblieben sind, mit 44 Prozent den größten Anteil aus. Fast ein Fünftel der heutigen Nichtwähler (18 Prozent) machen 2008er-ÖVP-Wähler aus, 17 Prozent ehemalige FPÖ-Wähler. Relativ gut mobilisiert werden konnten offenbar die SPÖ-Wähler der letzten Nationalratswahl: Der "rote" Anteil an den Nichtwählern macht laut ORF/SORA nur fünf Prozent aus - und der "grüne" Anteil sogar nur zwei Prozent. Wenig Interesse an der Wahl hatten laut Wählerstromanalyse hingegen die BZÖ-Wähler von 2008, sie stellen ein Zehntel der jetzigen Nichtwähler.
(apa/red)
