Österreich wählt den Bundespräsidenten:
Die Spannung liegt in diesem Fall im Detail
- Heinz Fischers Sieg klar - Aber mit wie viel Prozent?
- Experten befürchten Einbruch bei der Wahlbeteiligung
Erste Hochrechnungen LIVE ab 17 Uhr auf NEWS.at
·Ein Wahlkampf auf
"lauwarmem" Niveau
NEWS.at-Bilanz mit dem Politologen Klaus Poier
·Wenn am Heldenplatz
die Hölle los ist ...
Fischer und Rosenkranz im finalen Nahkampf

Nach einem öffentlich kaum wahrgenommenen Wahlkampf stellen sich heute Heinz Fischer, Barbara Rosenkranz (FPÖ) und Rudolf Gehring (CPÖ) der Wahl für das höchste Amt im Staat. Am Ausgang gibt es keinen Zweifel: Bundespräsident Heinz Fischer wird weitere sechs Jahre in der Hofburg amtieren. Spannend ist diese Wahl nur auf den zweiten Blick.
So ist es zwar nicht die Frage, wer die Wahl gewinnt - aber doch, wie hoch Fischer sie gewinnt und wie die FPÖ-Kandidatin Rosenkranz abschneidet. Ebenfalls interessant ist, wie viele der 6,355.620 Wahlberechtigten ihr Wahlrecht überhaupt ausüben - und wie viele weiß wählen werden.
Zahlenspiele der drei Kandidaten
In den Umfragen rangierte Fischer zuletzt um die 80 Prozent. Er selbst nannte keine Zahl - aber als Wahlziel die absolute Mehrheit in allen neun Bundesländern. Rosenkranz werden zwischen 13 und 16 Prozent zugetraut, womit sie unter ihrem eigenen Zielwert von 17 Prozent läge. Gehring hält bei vier bis fünf Prozent, die von ihm anvisierte Stichwahl und die gegenüber NEWS.at erwähnten "33 Prozent" sind wohl mehr als unwahrscheinlich.
Schwer einschätzbar ist, wie sich die ÖVP-Wähler verhalten, denen ihre Partei heuer (wie schon 1980) kein Angebot machte. Zu einer Wahlempfehlung für Fischer - wie sie die Grünen als Protest gegen Rosenkranz letztlich abgaben - rang sich die ÖVP nicht durch, auch wenn Fischer heuer als "Unabhängiger" antrat. Ein paar frühere ÖVP-Größen (z.B. Heinrich Neisser) schlossen sich zwar seinem Unterstützungskomitee an, einige lobten ihn - aber viele gingen auf Distanz. Und manche, wie Klubobmann Karlheinz Kopf, legten den VP-Anhängern Weißwählen nahe.
Einbruch bei Wahlbeteiligung befürchtet
Somit wird heuer auch die Zahl der ungültigen Stimmen spannend. Die bisher meisten "Ungültigen" (7,29 Prozent der abgegebenen Stimmen) gab es ebenfalls bei der Wiederwahl Kirchschlägers 1980. Damals war - bei allgemeiner Wahlpflicht - die Wahlbeteiligung aber noch hoch, sodass insgesamt (Nichtwähler und ungültige Stimmen) "nur" 15,05 Prozent der Wahlberechtigten nicht mitentschieden. 2004 war dieser Anteil - mit 31,42 Prozent - bereits doppelt so groß, da mittlerweile die Wahlbeteiligung stark abnahm. 91,63 Prozent hatte sie 1980 betragen, gerade noch 71,60 Prozent waren es vor sechs Jahren. Für heuer befürchten die Meinungsforscher einen weiteren Einbruch.
Wahlbeginn ist in den meisten Wahllokalen zwischen 7.00 und 8.00 Uhr. Die früheste Stimmabgabe ist in Graz am Europaplatz um 5.00 Uhr möglich. Ab 5.30 Uhr kann am Hauptbahnhof und Flughafen Klagenfurt sowie am Wiener Westbahnhof gewählt werden. Die letzten Wahllokale schließen um 17.00 Uhr, dann werden die ersten Hochrechnungen veröffentlicht. Das vorläufige Endergebnis soll zwischen 19.00 und 19.30 Uhr vorliegen.
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(apa/red)
