Abwesender Fischer gerät unter Beschuss:
Präsident blieb Kaczynski-Begräbnis fern
- Tschechischer Amtskollege hält das für 'unverzeihlich'
- Mölzer: 'Hätte problemlos mit Auto anreisen können'

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Heinz Fischer geht mit
"Krone" hart ins Gericht
Die Abwesenheit von Bundespräsident Heinz Fischer bei der Beisetzung des verunglückten polnischen Staatspräsidenten Lech Kaczynski ruft nun die ersten Kritiker auf den Plan. Fischers tschechischer Amtskollege Vaclav Klaus hält das Fernbleiben jener europäischen Spitzenpolitiker, die aufgrund der isländischen Vulkanaschewolke nicht zum Begräbnis fliegen konnten, für "unverzeihlich". Der Europa-Abgeordnete der FPÖ Andreas Mölzer, pflichtet bei: Die Entscheidung Fischers, nicht nach Polen zu reisen, sei "wenig klug" gewesen.
"Ich könnte verstehen, dass der kanadische Premier oder der australische General-gouverneur nicht gekommen sind. Aber wenn einige Europäer nicht gekommen sind und wenn niemand aus Brüssel gekommen ist, dann scheint mir das unverzeihlich", sagte Klaus im Tschechischen Fernsehen und schließt damit implizit auch das österreichische Staatsoberhaupt mit ein. "Es zeigt sich, dass all jene majestätischen Phrasen über die europäische Einheit nur Phrasen sind", fügte der als EU-Skeptiker geltende Präsident noch einen Seitenhieb auf die Union hinzu.
Mölzer wiederum warf Fischer vor, dass er sich problemlos auch mit dem Auto auf den Weg nach Polen machen hätte können. "Immerhin ist Krakau weniger weit entfernt als etwa Innsbruck oder Bregenz", so der EU-Parlamentarier in einer Aussendung.
Kein Helikopter für Fischer
Im Büro des Bundespräsidenten heißt es, dass das Fernbleiben auf das Flug- und Landeverbot, das bis Sonntag 14 Uhr ausgeweitet wurde, zurückzuführen sei. Die bestellte Maschine wäre deshalb nicht abgehoben. Für andere Reiseoptionen sei die Zeit zu knapp gewesen, erklärte Fischers Sprecher Bruno Aigner gegenüber NEWS.at.
Auch ein Flug mit einem (Militär)-Helikopter, für den das Flugverbot wegen der Wolke aus isländischer Vulkanasche aufgrund geringerer Flughöhe nicht gegolten hätte, kam nicht infrage, so Aigner: "Wir haben eine Anfrage an das Bundesheer gerichtet, die aus Sicherheitsgründen aber verneint wurde." Dass der deutsche Bundespräsident Horst Köhler zusammen mit Außenminister Guido Westerwelle per Militär-Helikopter nach Krakau angereist war, kommentiert Aigner gegenüber NEWS.at lapidar: "Offenbar gibt es da unterschiedliche Sicherheitsauffassungen."
Aufgrund dieser Umstände habe das polnische Interims-Staatsoberhaupt Bronislaw Komorowski "vollstes Verständnis" für Fischers Abwesenheit ausgedrückt, so Aigner. Zur Kritik von Vaclav Klaus wollte man sich in der Pressestelle der Hofburg nicht äußern.
(jt)
