Dienstag, 20. April 2010

Crossing Europe in Linz eröffnet worden: Festival mit 117 Beiträgen aus 25 Ländern

  • Berlinale-Beiträge und Zbanic-Film zur Eröffnung
  • Intendantin Dollhofer: "Zukunft nicht gerade rosig"

Das internationale Filmfestival Crossing Europe, das bis Sonntag 117 Beiträge aus 25 Ländern zeigt, ist in Linz eröffnet worden. Der Kampf ums Geld werde in der Branche in den kommenden Jahren weitergehen, sagte Kulturministerin Claudia Schmied (S) in ihrer Ansprache. "Ich bin eindeutig auf der Seite der Filmschaffenden."

Crossing-Europe-Intendantin Christine Dollhofer machte erneut darauf aufmerksam, dass die Veranstaltung heuer mit weniger Budget auskommen muss.

"Müssen Gürtel enger schnallen"
Im Jahr eins nach Linz09 sehe die Zukunft für das Festival "nicht besonders rosig" aus, sagte Dollhofer. "Wir müssen den Gürtel enger schnallen." Wie berichtet macht das Budget 2010 rund 440.000 Euro aus. Die Intendantin pocht auf Mittel von künftig einer halben Mio. Euro und damit auf eine ähnlich hohe Summe wie im abgelaufenen Kulturhauptstadtjahr. Über allem stehe die Hoffnung, dass die Partner und Fördergeber von Crossing Europe trotz aller Widrigkeiten eine erfolgreiche Fortsetzung ermöglichen werden, betonte Dollhofer.

Höhenflug des Austro-Films
"Seit einigen Jahren erleben wir einen Höhenflug des österreichischen Films", erklärte Schmied. Die gesamte Szene feiere auf internationalen Festspielen und in den Kinos Erfolge, dazu kämen die Festivals in Österreich. In den vergangenen vier Jahren sei es geglückt, die Filmförderung in Österreich von 40 auf 71 Mio. Euro anzuheben, so die Ministerin. Sie sprach von einer "signifikanten Erhöhung" und einem "deutlichen Zeichen" der Wertschätzung des heimischen Films.

Berlinale-Beiträge und Österreich-Premieren
Eröffnet wurde das siebente Crossing Europe mit zwei Berlinale-Wettbewerbsbeiträgen und Österreich-Premieren: Im Beziehungsdrama "Na Putu/On The Path" der bosnischen Autorenfilmerin Jasmila Zbanic prallen traditionelle islamische Weltsicht und moderne Lebensweise aufeinander. "Kak Ya Provel Etim Letom/How I Ended This Summer" ist ein polarer, heuer mit zwei Silbernen Bären ausgezeichneter Psychothriller des russischen Regisseurs Alexei Popogrebsky. Ihre Uraufführung feierte die Musikdoku "Es muss was geben" von den Oberösterreichern Christian Tod und Oliver Stangl, die die Protagonisten der Linzer Musikszene seit den 1970er Jahren porträtiert und an der bis zuletzt gearbeitet wurde. Die Programmschiene "Nachtsicht" wurde mit dem Actionstreifen "Vengeance" mit dem französischen Alt-Rocker Johnny Hallyday in der Hauptrolle gestartet.

(apa/red)

20.4.2010 12:58


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