Totaler Triumph für Ungarns rechte Kraft:
Fidesz-MPSZ erreicht Zwei-Drittel-Mehrheit
- Bisherige Oppositionskraft erhält 262 von 386 Sitzen
- Sozialisten-Parteichefin Ildiko Lendvai tritt zurück

·Wahlsieger Orban für
"Einheit" in Ungarn
Sorge wegen Erfolg
der Rechtsextremisten
·Erdrutschsieg für
ungarische Rechte
Zwei von drei Wählern
stimmen für rechte Listen
·NEWS-VIDEO: Rechte Recken im Osten
NEWS-Reporter Christoph
Lehermayr war vor Ort
Die rechtskonservative Partei Fidesz-MPSZ hat in der zweiten Runde der Parlamentswahl in Ungarn die Zwei-Drittel-Mehrheit erreicht. Die bisher größte Oppositionskraft unter Parteichef Viktor Orban gewann laut offiziellen Ergebnissen am Sonntag insgesamt 262 von 386 Sitzen. 258 waren für eine Zwei-Drittel-Mehrheit notwendig.
In der zweiten Wahlrunde waren die Mandate in jenen 57 der 176 Einzelwahlkreise entschieden worden, wo in der ersten Runde am 11. April kein Kandidat die absolute Mehrheit erhalten hatte.
"Uns ist der Gipfelsturm gelungen, wir haben 68 Prozent aller Mandate erreicht", befand Orban nach dem Wahlerfolg. Dem Parteichef zufolge habe "eine Revolution in den Wahlzellen" stattgefunden.
Nur drei Kreise nicht an Fidesz
Bei der Abstimmung am Sonntag gingen nur drei der 57 verbliebenen Einzelwahlkreise nicht an Fidesz. Lediglich im 13. Budapester Bezirk konnten sich zwei Kandidaten der bisher regierenden Sozialisten durchsetzen. Insgesamt gingen 173 der 176 Einzelwahlkreise an Fidesz.
Im nordungarischen Edeleny setzte sich der als Unabhängiger angetretene Bürgermeister der Stadt, Oszkar Molnar, durch. Fidesz hatte seinen umstrittenen Politiker, der mit Bemerkungen gegen Roma und Juden für Kritik gesorgt hatte, nicht mehr als Kandidaten aufgestellt, worauf dieser als Unabhängiger kandidierte.
Sozialisten-Chefin tritt zurück
Nach der schweren Wahlniederlage der regierenden Sozialisten (MSZP) gab die Vorsitzende der Partei, Ildiko Lendvai, am Sonntagabend ihren Rücktritt bekannt. Zugleich erklärte Lendvai auf einer Pressekonferenz, auf dem Ende Mai anstehenden Parteitag der MSZP werde sie auch ihren Rücktritt von ihrer Funktion im Parteivorstand anbieten.
(apa/red)
