Kein Aufatmen in der Hauptstadt Thailands:
Gespannte Ruhe nach tödlichen Explosionen
- Mehrere Detonationen verletzten Hunderte Menschen
- In Bangkok drohen nun neuerliche Zustammenstöße

·Blutlachen auf den Straßen von Bangkok
BILDER: Massenaderlass vor dem Regierungssitz
·Thailand: 19 Tote und
hunderte Verletzte
Ausschreitungen zwischen
Armee & Demonstranten
Die Lage in der thailändischen Hauptstadt Bangkok hat sich erneut zugespitzt. Hunderte Sicherheitskräfte waren vor einer Barrikade, die Regierungsgegner in einem Geschäftsviertel errichteten hatten, aufmarschiert und hatten deren Abbau gefordert. Nachdem sich die Aufständischen weigerten, wurde eine gewalttätige Konfrontation aber vorerst abgewendet.
Bereits am Donnerstagabend waren in Bangkok bei mehreren Explosionen insgesamt drei Menschen getötet und 75 verletzt worden. Unter den Verletzten befinden sich zumindest vier Ausländer. Zumindest drei Granaten waren an einer Station der Hochbahn, die durch die Innenstadt führt, detoniert, mehrere weitere in der unmittelbaren Umgebung.
Wer die Granaten abgefeuert hatte, war vorerst unklar. Die oppositionellen Rothemden machten Provokateure verantwortlich, die danach streben, die Situation außer Kontrolle geraten zu lassen, um einen Militäreinsatz heraufzubeschwören. Die Regierung schiebt die Schuld auf "Terroristen" unter den Rothemden. Mit ähnlichen Granaten war bereits vor zwei Wochen auf Soldaten geschossen worden, die Demonstrationen aufzulösen versucht hatten. Bei den Straßenschlachten starben neben fünf Soldaten auch 20 Zivilisten.
Die Rothemden verbarrikadierten sich weiter in ihrer Zeltstadt mitten im Bankenviertel in der Innenstadt von Bangkok. Sie haben um sich herum Barrieren aus Autoreifen und Zäune aus angespitzen Bambus-Stöcken gebaut. Die Rothemden protestieren seit sechs Wochen für Neuwahlen. Sie verlangen den Rücktritt von Ministerpräsident Abhisit. Diesem werfen sie vor, eine Marionette der Führungsschicht des Landes zu sein.
(apa/red)
