Auch die "kleinen Waffen" müssen weg:
USA und Russland rufen zu Abrüstung auf
- UN-Botschafterin: "Alleine können wir nicht abrüsten"
- Ban fordert Vorgehen gegen illegalen Waffenhandel

·USA & Russen vereint
gegen die Atombombe
Neuer Abrüstungsvertrag
in Prag unterzeichnet
·Der Traum von einer
atomwaffenfreien Welt
USA ändern ihre Strategie
für nukleare Angriffe
·Neue UN-Sanktionen gegen den Iran?
China beteiligt sich an Sanktionsverhandlungen
Nach ihrem Prager Abrüstungsvertrag haben die USA und Russland alle Staaten der Erde aufgerufen, ihrem Beispiel zu folgen und selbst Waffen zu verschrotten. In den Arsenalen der beiden Staaten stünden zwar mehr als 90 Prozent der weltweiten Atomwaffen, sagte die amerikanische UN-Botschafterin Susan Rice in der UN-Vollversammlung. "Aber wir können nicht allein abrüsten. Wir fordern alle Staaten auf, den Impuls von heute zu nutzen und wirkliche Fortschritte bei der Abrüstung, der Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen und der friedlichen Nutzung der Kernenergie zu machen."
Russlands UN-Botschafter Witali Tschurkin versicherte, dass sein Land weiter für eine breite Abrüstung eintreten werde. "Wir rufen ausnahmslos alle Staaten auf, vor allem die mit Atomwaffen, sich an den russischen und amerikanischen Bemühungen zu beteiligen und die Abrüstung aktiv zu unterstützen." Der gemeinsame Appell sei ein Zeichen für Vertrauen, Zusammenarbeit und gegenseitigen Respekt zwischen Moskau und Washington. Allerdings beschränkten sich die beiden Diplomaten auf allgemeine Aufrufe, eine konkrete Initiative beider Staaten gab es nicht.
Ban: Vereintes Vorgehen gegen illegale Waffen
UN-Generalsekretär Ban Ki-moon würdigte das Prager Abkommen als "historischen Meilenstein", mahnte aber, die "kleinen Waffen" nicht zu vergessen. "Es sind die konventionellen Waffen, die jeden Tag Leben und Gesundheit so vieler Menschen zerstören", sagte Ban. "Der Atomgipfel in Washington und das START-Abrüstungsabkommen waren Meilensteine, doch bei den kleinen Waffen werden jedes Jahr 1,3 Billionen Dollar (960 Milliarden Euro) umgesetzt." Deshalb müssten alle Staaten und auch der UN-Sicherheitsrat gegen illegalen Waffenhandel vorgehen. "Bei den gigantischen Problemen der Erde wie Hunger, Klimawandel und Krankheiten können wir keine Kraft und keinen Dollar für Waffen verschwenden."
Der Präsident der Vollversammlung, Ali Treki, sagte, dass die meisten Opfer von Waffen Frauen und Kinder seien, gerade in der Dritten Welt. "In der Geschichte wurden Nuklearwaffen erst zweimal eingesetzt und die Folgen waren furchtbar. Kleine Waffen führen aber Tag für Tag zu Tragödien. Abrüstung ist die wichtigste Aufgabe unserer Epoche. Vielleicht ist aber die Abrüstung bei den kleinen Waffen die eigentliche Herausforderung", sagte der Libyer.
Der Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Jakob Kellenberger, appellierte an die Atomstaaten, keine Nuklearwaffen mehr einzusetzen. "Die Länder haben eine historische Gelegenheit, die Ära der Atomwaffen ein für alle Mal zu beenden", hieß es in einer in Genf veröffentlichten Erklärung. Die Atomwaffen seien, was ihre zerstörerische Kraft angehe, einmalig. Dies gelte auch für das Leiden, dass sie erzeugen könnten sowie für ihre Bedrohung für die Umwelt. "Das IKRK hält es für schwierig sich vorzustellen, wie die Anwendung von Nuklearwaffen mit den internationalen Menschenrechten in Einklang zu bringen ist", sagte Kellenberger.
(apa/red)
