Schwarz auf Weiß: Kirche verliert durch
Missbrauchsskandal immer mehr Schäfchen
- Zahl der Kirchenaustritte um 43 Prozent gestiegen
- Sparmaßnahmen und Personaleinschnitte zur Folge

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Die Zahl der Kirchenaustritte ist im ersten Quartal um 42 Prozent gegenüber den ersten drei Monaten des Vorjahres gestiegen. Angesichts der bekannt gewordenen Fälle von sexuellem Missbrauch sind heuer bis Ende März 30.004 Katholiken aus der Kirche ausgetreten. Im Vorjahr waren es im selben Zeitraum "nur" 21.100. Damit steuert die katholische Kirche auf ein neues Rekordjahr zu.
In Prognosen wird für heuer mit insgesamt 70.000 bis 80.000 Kirchenaustritten gerechnet - gegenüber 53.216 im Vorjahr. Schon damals haben im Gefolge der Auseinandersetzungen um den erzkonservativen Pfarrer Gerhard Maria Wagner und die ultrakonservative Pius-Bruderschaft mehr Österreicher die katholische Kirche verlassen als beispielsweise am Höhepunkt des Sexskandals im Priesterseminar St. Pölten 2004 oder der Affäre Groer 1995.
Besonders viele Kirchenaustritte werden in Westösterreich, weniger im Osten gezählt. Vorarlberg hält mit einer Verdoppelung die Spitze. Neben den Vorwürfen (sexueller) Gewalt durch Lehrer und Erzieher im Kloster Mehrerau war hier Bischof Elmar Fischer selbst in die Kritik geraten. Überdurchschnittlich hoch ist die Abwendung von der katholischen Kirche auch in Tirol und in der Steiermark. In Wien liegen die Austrittszahlen mit einem Anstieg von rund 40 Prozent knapp unter dem bundesweiten Durchschnitt.
Sparmaßnahmen und Personaleinschnitte
Der katholischen Kirche werden durch den neuen Aderlass österreichweit nach ersten Berechnungen heuer sieben Millionen Euro an Kirchenbeiträgen entgehen. Das ist zwar "nur" ein Minus von zwei Prozent, bei steigenden Preisen und Löhnen drohen deshalb aber trotzdem Sparmaßnahmen, Kürzungen und Stornierung von Projekten. Gespart wird auch weiter beim Personal: So hat sich in der Erzdiözese Wien die Zahl der Laien innerhalb der letzten zehn Jahre von 803 auf 705 reduziert. Auch die Zahl der Priester ist zurückgegangen: Von 788 auf 731. (apa/red)
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