Donnerstag, 15. April 2010

Letzter Gruß

ISBN-10: 3809025852, Liza Marklund, James Patterson, Limes Verlag

Das Bild, das sich den entsetzten Polizisten bietet, erinnert an eins der berühmtesten Gemälde der Welt. Mit dem einzigen Unterschied: Mona Lisa lebte zur Zeit ihrer Kunstwerdung noch. Eine Serie von brutalen Morden erschüttert die (Kunst-)Welt. Die bestialisch ermordeten Opfer sind ausnahmslos junge Ehepaare, meistens auf ihrer Hochzeitsreise, die ihre Täter freiwillig in ihr Bett nahmen (und sich dort offensichtlich sexuelle Abwechslung erhofften). Erst der schwedischen Journalistin Dessie fällt das Offensichtliche ins Auge: Die Mörder arrangieren die Leichen nach dem Vorbild der berühmtesten Kunstwerke der jeweiligen Stadt, in der sie sich gerade aufhalten.

„Letzter Gruß“ (Limes), so der makabre Titel des packenden Thrillers, der gleich zweifach das Zeug zum Bestseller hat. Denn er stammt von zwei Autoren, die in diesem Genre seit Jahr(zehnt)en reüssieren: Der Amerikaner James Patterson, dessen Bücher sich bisher weltweit mehr als enorme 100 Millionen mal verkauften (zum Beispiel seine Reihe um den Washingtoner Polizeipsycholgen Alex Cross oder die um seine weibliche Kollegin Lindsay Boxer, ihresgleichen Inspektorin in San Francisco), und die Schwedin Liza Marklund, die mit der Journalistin Annika Bengzton eine nicht minder suggestive Serienermittlerin schuf.

Jakob und Dessie, die zwei Protagonisten, tragen denn auch ganz die Handschrift ihrer jeweiligen Erfinder: Ersterer ist Ermittler der Mordkommission des New York Police Department und persönlich betroffen (seine Tochter ist eins der Opfer), zweitere eine schwedische Kriminalredakteurin (für die Annika Bengtzon Patin gestanden haben könnte) und Adressatin einer der Postkarten, die die „postcard killers“ vor den Morden und danach verschicken. „Letzter Gruß“ ist ein ebenso ambitioniertes wie gelungenes Projekt. Um die Zahl der Abnehmer muss einem nicht bang werden.

Bewertung: 5 / 6

15.4.2010 14:31