Affäre um pädophilen Priester: Kirche
suchte Sündenbock für Heiligen Vater
- "Der Spiegel": Druck auf Ex-Generalvikar ausgeübt
- Geistlicher sollte alleinige Schuld für Fall übernehmen

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Wollte pädophilen Priester
nicht sofort absetzen
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Kardinal Tarcisio Bertone bestreitet Schweigepolitik
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Kardinal Bertone ließ Missbrauchsfall begraben
Neue, brisante Vorwürfe im Missbrauchskandal: Um Papst Benedikt XVI. in der Affäre um einen pädophilen Priester zu entlasten, soll die Kirche den früheren Münchner Generalvikar Gerhard Gruber unter Druck gesetzt haben. Gruber sei gedrängt worden, die alleinige Schuld dafür zu übernehmen, dass der Priester trotz Missbrauchs erneut als Seelsorger eingesetzt wurde, wie das deutsche Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtete.
Gruber sollte "zum Sündenbock" gemacht werden, um den damaligen Erzbischof von München und Freising, Joseph Ratzinger, und heutigen Papst Benedikt XVI. aus der Schusslinie zu nehmen.
Immer mehr Vorwürfe
In letzter Zeit wurden immer mehr Vorwürge gegen den Heiligen Vater laut. So hatten US-Medien berichtet, der damalige Kardinal Ratzinger habe in den 90er Jahren nichts gegen einen Priester in den USA unternommen, der Jahrzehnte zuvor gehörlose Buben missbraucht haben soll. Unter Druck geriet Benedikt XVI. auch in Zusammenhang mit einem vor kurzem aufgetauchten Brief, der belegt, dass sich der damalige Kardinal Ratzinger in den 80er Jahren der Amtsenthebung eines pädophilen Priesters in Kalifornien widersetzt hat.
Der Vatikan weist die Kritik am Papst weiter zurück. Der frühere Kardinalvikar Camillo Ruini hat die Angriffe auf den Papst wegen der Missbrauchsfälle in der Kirche als "zutiefst ungerecht" bezeichnet.
(apa/red)
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