Dienstag, 13. April 2010

Automaten-Zocken bekommt Grenzen:
Regierung einigt sich auf Glücksspielnovelle

  • Strengerer Zugang - Dafür aber höhere Einsätze
  • Vorbereitung für Konzessionsvergabe für Spielbanken

Die Regierung hat sich auf ein neues Glücksspielgesetz geeinigt, mit dem die künftige Ausschreibung von Konzessionen für Spielbanken geregelt werden wird. Gleichzeitig wird das sogenannte "kleine Glücksspiel" ab 2014 auf neue Beine gestellt. Der Zugang zum Automatenspiel soll künftig strenger geregelt werden, gleichzeitig dürfen aber Höchsteinsätze und -gewinne vervielfacht werden.

Heikelstes Thema ist das Automatenspiel. So wird der mögliche Höchsteinsatz von bisher 0,50 auf 10 Euro, der Höchstgewinn von 20 auf 10.000 Euro angehoben (in Automatensalons). Bei Einzelautomaten in Gasthäusern darf der maximale Einsatz pro Runde nur 1 Euro betragen. Gleichzeitig sollen neue Vorschriften den Schutz der Spieler sicherstellen: Die auf vielen Apparaten heute präsente Automatiktaste sowie Parallelspiele soll es künftig nicht mehr geben, "alle diese Tricks, man könnte auch sagen: gezielte Abzocke werden verboten", meinte SP-Staatssekretär Schieder.

Zutritt zu Casinos und Salons bekommen künftig nur Volljährige, die sich auch identifizieren. Die derzeit gut 20.000 legalen und illegalen Automaten sollen auf 5.000 bis 8.000 verringert werden. VP-Staatssekretär Lopatka ließ keine Zweifel daran, dass es das Ziel ist, das Automatenspiel in den Hinterzimmern der Wirtshäuser auszutrocknen bzw. in Spielsalons abzudrängen, in denen es besser kontrolliert werden kann.

Vorbereitung für Spielbankkonzessionen
Mit der Glücksspielnovelle wird auch die Ausschreibung von 15 Spielbankkonzessionen ab 2012 vorbereitet, auch eine Lizenz für ein Pokercasino sowie eine für die Lotterien muss aus Europarechtsgründen ausgeschrieben werden.

Die Sportförderung, die derzeit am Umsatz der Lotterien hängt, soll in den kommenden beiden Jahren jeweils 80 Mio. Euro betragen. Sollten die Einnahmen danach steigen, ist auch eine Erhöhung der Sportförderung prinzipiell möglich.

Gemischte Reaktionen
Das neue Glücksspielgesetz rief gemischte Reaktionen hervor: Während die Grünen erneut ein bundesweites Verbot forderten, begrüßten BZÖ und Wirtschaftskammer die Novelle. Erleichterung rief die Einigung zur Sportförderung bei Sportorganisationen hervor.

(apa/red)

13.4.2010 16:15
drahthuhn, 14. 04. '10 05:32
Wieder eine Schamlosigkeit sondergleichen!
Schon wieder eine GEMEINHEIT!
Liest denn hier niemand GENAU?
Das Kernstück dieses 'Gesetzes' ist doch nur die totale VERSTEUERBARKEIT und die GENAUESTE KONTROLLE der Spielumsätze. Ersichtlich durch die Erhöhung (und somit ANREIZ) des Einsatzes und der 'GEWINNE' für das schwache und schon längst abhängige Fußvolk. Hier ist es wie beim Rauchen: AUFHÖREN, so rasch es geht. Jemand, der in so einen Trottel-Automaten Geld steckt, gehört ohnehin psychiatriert. Tut weh, was, ist aber die WAHRHEIT. Warum nicht gleich das Geld auf die Straße schmeißen?
Andererseits: Jeder kann mit seinem Gerschtl machen, was er will- nur VERKLAGEN bei zu viel Verlust, kann dann aber auch nur ein Witzlein sein.
Eine Durchleuchtung der NOVOMATIC-Besitz/Beteiligungsverhältnisse wäre eher angesagt!
mfp7764, 13. 04. '10 16:41
das is wichtig
haben die nix anderes zu tun als sich um so einen scheiss zu kümmern. was haben wir doch für kasperl in der politik sitzen-wahnsinn
brabus, 13. 04. '10 16:13
Zocken
Würde die Regierung nur halb soviel Engagement zeigen, den Börsen-Zockern einen Riegel vorzuschieben. Wir hätten keine Banken finanzieren müssen, weniger Arbeitslose und mehr Geld in den Budgettöpfen. Weil aber nichts dergleichen passiert ist, wurden Milliarden an Realwirtschaft in den Zockerprogrammen der Börsianer vernichtet und wir blechen jetzt dafür.