Montag, 12. April 2010

Österreicher haben für Griechen viel übrig:
Rettungsplan kostet uns 858 Millionen Euro

  • Alle Euro-Länder steuern Geld zur Hilfsaktion bei
  • Euro-Finanzminister: Kredite statt Geldgeschenke

Österreich würde nach der jüngsten Einigung der Finanzminister der Euro-Zone auf einen Rettungsplan für das schwerst verschuldete Griechenland der Athener Regierung mit einem Kreditvolumen von maximal 858 Mio. Euro im ersten Jahr unter die Arme greifen. Sämtliche 16 Euro-Länder - mit Ausnahme Griechenlands, das ja die Hilfe bekommen würde, falls es darum ansuchte - tragen entsprechend ihrem Anteil an der Europäischen Zentralbank (EZB) bei. Dabei wäre Deutschland mit umgerechnet 8,376 Mrd. Euro klarer Spitzenreiter bei der Griechenland-Hilfe.

Das bilaterale Kreditprogramm soll über drei Jahre laufen, über einen allfälligen Bedarf im zweiten oder dritten Jahr soll später entscheiden werden. Das Programm soll gemeinsam mit dem IWF aufgelegt werden, der zu den bis zu 30 Mrd. Euro aus Europa noch bis zu 15 Mrd. Euro beisteuern soll.

Was die Quoten betrifft, ist zu berücksichtigen, dass diese nicht nach dem Anteil an allen 27 EU-Staaten berechnet werden, sondern nur auf die 15 Euro-Staaten ohne Griechenland herunter gebrochen werden. Demnach hat Deutschland mit 27,92 Prozent oder eben 8,376 Mrd. Euro den stärksten Brocken zu tragen, Österreich käme auf 2,86 Prozent oder 858 Mio. Euro.

Keine Geschenke
Die Euro-Finanzminister betonen, dass es sich bei der Griechenland-Hilfe nicht um Geldgeschenke an Athen handle. Die Staaten selbst bezahlten nichts, würden aber Kredite laut dem vorgegebenen Anteil vergeben und dafür Zinsen und Haftungsentgelte erhalten. Neben dem Geld seitens der Euro-Zone sollen auch IWF-Darlehen tragend werden, wobei die genaue Höhe noch nicht feststeht. Experten rechnen mit zusätzlich 15 Mrd. durch den Internationalen Währungsfonds. Die Zinsen für Kredite der Euro-Länder liegen mit rund fünf Prozent etwas über denen der IWF-Darlehen. Schlagend werden die Gelder erst, nachdem Griechenland ein Hilfsansuchen stellt, wobei die Finanzminister der Euro-Zone dann einstimmig die Auszahlung beschließen müssten.

Freitag und Samstag dieser Woche tagt der EU-Finanzministerrat in Madrid. Es wird aber nicht damit gerechnet, dass bereits bis dahin Athen eine Hilfe beansprucht. Laut Beschluss des EU-Gipfels vom März greift der Plan erst, wenn sich Griechenland nicht mehr ausreichend am Kapitalmarkt finanzieren kann. Mit dem Sonntagsbeschluss für einen konkreten Rettungsplan könnte aber zumindest Zeit gewonnen werden, da die Finanzminister hoffen, ein "klares Signal" an die Märkte gegeben zu haben, um auch Spekulationen entgegenzutreten.

Erfreut zeigte sich der ständige EU-Ratsvorsitzende Herman Van Rompuy. Die Vereinbarung zeige, dass der Mechanismus für die Griechenland-Hilfe voll einsatzfähig sei und würde entscheidend dazu beitagen, die finanzielle Stabilität sowohl Griechenlands als auch der gesamten Euro-Zone zu gewährleisten. Die Finanzminister der Euro-Zone würden - falls notwendig - über die Aktivierung der Finanzhilfe entscheiden, sofern Athen diese beantrage.
(apa/red)

12.4.2010 11:09
grenzenlos24, 13. 04. '10 09:42
amoi da gigl amoi da gogl
ich denke wir sollten froh sein, dass Österreich von der Krise halbwegs verschont wurde und keine Hilfe braucht. Was hat die Staatsverschuldung mit einer potentiellen Charaktereigenschaft des Volkes zu tun, da würd wohl eher das BIP und das auch nur sehr bedingt Auskunft geben. Und wenn ich bedenke dass ich als Selbständiger mit meinen Steuergeldern Leute finanziere die untertags Zeit haben sich fast stündlich über die EU zu beschweren könnt ich auch fordern weg mit ihnen, also a bisserl mehr Menschlichkeit und Toleranz statt Frust und Magenkarzinom.
Vasant, 13. 04. '10 13:44
Re: amoi da gigl amoi da gogl
Nachdem du hier nicht der einzige Selbstständige bist, der
in diesem Forum schreibt bin ich ja echt stolz auf deine so
wichtige Aufklärung über Zahlungen (SVA, Finanzamt etc.).

Also wenn finanzierst du nochmal? Alle die Steuergelder
bezahlen finanzieren sehr viel bzw. das System, aber es
hat dich wahrscheinlich keiner zur Selbstständigkeit mit
allen Mitteln gezwungen ... wärst Angestellter geblieben;)

Und Dummheit ist zwar auch eine Charaktereigenschaft,
aber die Logik sagt auch ... wirst ja als Selbstständiger
vielleicht auch schon gelernt haben, dass man nicht mehr
ausgeben kann/ sollte als man hat! Außer man will selbst
in Schulden untergehen, was aber nicht wirklich intelligent
wäre/ ist, oder?

Also warum sollen wir nun einen Kredit in Höhe von ca.
858 Millionen Euro gewähren?
Vasant, 13. 04. '10 14:59
Re: amoi da gigl amoi da gogl
Meinte natürlich ... wen finanzierst du nochmal;)

Sonst kommen gleich die Rechtschreibfanatiker
aus deren Löscher gekrochen, weils nicht wissen,
dass es auch Tippfehler geben kann;)
galileo2, 13. 04. '10 07:07
wie was wann wo
die österreicher hätten für die....woher haben die soche umfragen? ich wurde nicht gefragt, aber ich würde diesen gesindel u betrügern auch nichts geben.rausschmeissen sollte man diese griechen.
Vasant, 12. 04. '10 19:32
Gratuliere
Da kommen wir Steuerzahler wieder zum Handkuss ... !
Naja, und unser Defizit interessiert ja keinen;)
brabus, 12. 04. '10 16:24
Kredit
Wer glaubt, dass dieser Kredit jemals zurückgezahlt wird darf ruhig weiterträumen - das Erwachen wird ziemlich heftig werden ....
sidestep, 12. 04. '10 16:06
Schwachköpfe
Den Nettozahlern wie Öserreich oder Deutschland wird von den Schwachköpfen Faymann, Pröll und Merkl ein Sparpaket nach dem anderen auf den Leib gedrückt, damit die faulen Südländer Gieichenland, Spanien, Italien, Portugal und auch Irland sich neben den Zahlungen, die seit es die EU (früher EWG) gibt, an diese Länder geleistet werden nun auch noch Kredite für dies Nichtstuer und Tachinierer vergeben werden. Wer ist der nächste der solche einen Kredit braucht? Nun werden wir uns nicht mehr wehren können und müssen alle gleich behandeln. Macht ja nicht, wir haben ja "nur" 189,5 Milliarden Euro Schulden für die wir Jahr für Jahr rund 7 Milliarden Euro Zinesen leisten, aber unsere beiden Schwachköpfe stellen sich in die erste Reihe wenns um Vergeben von Geld geht. Ich gehe nie mehr wählen!
Marc99, 12. 04. '10 12:44
Österreich bezahlt wie immer am meisten
Deutschland: 8,376 Mrd : 82,369 Mio Einwohner = 101,7 Euro pro Kopf
Österreich: 858 Mio : 8,376 Mio Einwohner = 102,4 Euro pro Kopf
hary1965, 12. 04. '10 11:33
EU Hilfe
Was bleibt den Finanzministern im Grunde anderes übrig als diese Hilfe zu beschließen? Natürlich würde die Währung bei einer Pleite Griechenlands leiden und der Schaden wäre auch nicht kleiner. Aber wieso hatte die EU nicht kontrolliert bevor der Euro eingeführt wurde? Ständige Erweiterungen werden dieses Problem auf die Spitze treiben und das Niveau aller EU Staaten wird sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einpendeln, Rechnen scheint ein Problem von Politikern zu sein. Wieso wird immer noch über einen EU Beitritt der Türkei diskutiert? Auch diese erwarten sich einen Geldsegen von EU Staaten. Politiker lügen das Volk sytematisch an, der Kredit soll ein Geschäft sein, ja wenn er mit Zinzen zurückbezahlt wird, aber wie soll gehen? der Gläubiger wird den Schaden haben, gutes Geschäft
sidestep, 12. 04. '10 16:09
Re: EU Hilfe
WIE WÄRE ES MIT EINEM AUSSCHLUSS GRIECHENLANDS AUS DER EURO ZONE FÜR DAS VERHEIMLICHEN BEI DER BEKANNTGABE DER TATSÄCHLICHEN BUDGETPROBLEME BEI DER GRÜNDUNG DER EUROZONE - SCHON MAL NACHGEDACHT???