Donnerstag, 15. April 2010

In Österreich wird immer weniger gebaut:
"Die Entwicklung im Neubau ist dramatisch"

  • Baubewilligungen für 2011 sind stark rückläufig
  • Grund sind massive Probleme bei Finanzierungen

"Die Entwicklung im Neubau ist dramatisch", schlägt der Geschäftsführer der Stein- und keramischen Industrie in der Wirtschaftskammer Österreich, Carl Hennrich, Alarm. "Die Baubewilligungen gehen 2011 im Vergleich zu heuer von 35.500 auf 33.850 weiter stark zurück", sagte Hennig. Vor vier Jahren waren noch 47.500 Neubauten und Adaptierungen bewilligt worden. Damit gehe die Neubauproduktion am Bedarf vorbei.

"Es werden weniger Wohnungen hergestellt als laut mittelfristigem Bedarf notwendig wäre." Dieser liegt den Berechnungen des Fachverbands und des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) zufolge bei 50.000 neuen Wohneinheiten jährlich.

"Genossenschaften vorsichtiger"
Als Grund für die schleppende Bautätigkeit nannte Hennrich in erster Linie massive Probleme bei den Finanzierungen. "Die Wohnbaugenossenschaften sind viel vorsichtiger geworden", berichtete der Geschäftsführer des Fachverbands Stein-Keramik. Die Wirtschaftskrise und auch die Sorge um den Arbeitsplatz lasse die Leute stärker überlegen, ob sie sich ein Haus bauen oder nicht.

Besonders stark von dem Einbruch betroffen seien die Ein- und Zweifamilienhäuser. Hier reduziert sich die Zahl der Baubewilligungen 2011 auf 13.735. "Das ist der absolute Tiefpunkt, verglichen mit den vergangenen zwanzig Jahren", so Hennrich. Sonst seien immer 15.000 bis 16.000 neue Einheiten jährlich üblich gewesen.

Im mehrgeschoßigen Wohnbau gibt es für 2011 derzeit nur 14.265 Bewilligungen - heuer sind es noch rund 16.000 bis 17.000. Die Gemeinde Wien sei hier der Hauptinvestor - sie erreichte derzeit 7.000 Wohnungen nur im Stadtgebiet.

(apa/red)

15.4.2010 11:42
founder, 15. 04. '10 15:18
Ohne Sozialversicherungspflicht für Unternehmer
Hätte ich 2007 mein Plusenergiehaus gebaut und damit auch - negative Betriebskosten, in 20 Jahren alt aber bezahlt, meine Altersversorgung gesichert.

So muß ich alle Geldreserven jeden Monat der Sozialversicherung in den Rachen werfen, anstatt mit einem Hausbau für Beschäftigung zu sorgen.
smonti, 15. 04. '10 10:07
Wer????...
...soll das bezahlen?Wenn die Bürger immer weniger Geld in der Tasche haben!,dann bleibt zu wenig Geld übrig um sich ein Haus oder Wohnung zu leisten.Schon mal darüber nachgedacht liebe Wirtschaftsforscher!.