Papst soll in den Knast: Britische Atheisten
wollen Heiligen Vater hinter Gitter bringen
- "Verbrechen gegen Menschlichkeit" vorgeworfen
- Menschenrechtsanwälte bereits eingeschaltet

·Papst gerät erneut in große Erklärungsnot
Wollte pädophilen Priester
nicht sofort absetzen
·"Kirche verheimlicht ihre Sünden nicht"
Kardinal Tarcisio Bertone bestreitet Schweigepolitik
·Vertuschung durch Vatikans Nummer zwei
Kardinal Bertone ließ Missbrauchsfall begraben
Im September will Papst Benedikt XVI. Großbritannien einen ersten offiziellen Besuch abstatten. Diese Reise könnte dem Kirchenoberhaupt zum Verhängnis werden, denn zwei prominente britische Atheisten wollen ihn verhaften lassen, sobald er englischen Boden betritt.
Bestsellerautor Richard Dawkins und sein Schriftsteller-Kollege Christopher Hitchens fordern die Festnahme des Heiligen Vaters und basteln bereits an einer Anklage. Ihr Vorwurf: Durch das Verschleiern der Missbrauchsfälle habe der Papst "Verbrechen gegen die Menschheit" begangen. "Der erste Instinkt dieses Mannes, wenn er seine Priester mit heruntergelassenen Hosen erwischt, ist den Skandal zu vertuschen und die jungen Opfer zum Schweigen zu verdammen.", zitierte die "Times" Dawkins.
Anwälte bereits eingeschaltet
Um eine Klage zu lancieren, haben die beiden anerkannte Menschenrechtsanwälte engagiert, die den Fall prüfen sollen. Gelingt der Plan von Dawkins und Hitchens, soll das Oberhaupt der Katholischen Kirche schon beim Großbritannien-Besuch vom 16. bis 19. September verhaftet werden. Auf seine diplomatische Immunität kann sich der Papst bei seinem Staatsbesuch nicht berufen, sind die beiden Atheisten überzeugt: Der Vatikanstaat, an dessen Spitze Benedikt XVI. steht, wurde schließlich nicht von den Vereinten Nationen anerkannt.
Die jüngsten Vorwürfe gegen den Heiligen Vater heizen die Stimmung noch weiter an. In einem unterschriebenen Brief aus dem Jahr 1985 sprach sich der damalige Kardinal Joseph Ratzinger gegen die Amtsenthebung eines pädophilen Priesters in Kalifornien aus.
Der Vatikan bestätigte zwar die Unterschrift Ratzingers, verteidigte die Handlung jedoch zugleich: Der Brief sei kein Beweis dafür, dass Ratzinger versucht habe, den Fall zu vertuschen, so der Vizepressesprecher des Vatikans, Ciro Benedettini.
(pc)
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