Dienstag, 13. April 2010

Schweres Zugunglück in Südtirol: Mehrere Menschen bei Unfall ums Leben gekommen

  • Vinschger-Bahn: Zahlreiche Passagiere verletzt
  • Zuggarnitur aufgrund eines Erdrutsches entgleist

Bei einem schweren Zugsunglück in Südtirol westlich von Meran sind mindestens neun Menschen ums Leben gekommen. 27 Passagiere wurden verletzt, davon sieben schwer. Drei Personen werden noch vermisst. Unter ihnen befindet sich eine Mutter mit ihrem Kind. Eine Schlammlawine hatte die Vinschger Bahn zwischen Kastelbell und Latsch während der Fahrt erfasst und zum Entgleisen gebracht.

Als Auslöser für das verheerende Unglück wird eine defekte Bewässerungsanlage eines Obstanbaugebietes angenommen. Durch ein Leck in der Leitung dürfte sich der Hang aufgeweicht haben und ins Rutschen geraten sein.

Das Unglück ereignete sich kurz nach 9.00 Uhr, betroffen war der Zug, der um 8.20 Uhr in Mals abgefahren war und um 9.43 Uhr in Meran eintreffen hätte sollen. In einer Schlucht zwischen den Haltestellen Kastelbell und Latsch erfasste kurz nach 9.00 Uhr die Schlammlawine den Zug. Die Garnitur, bestehend aus zwei Abteilen, kippte um, wobei der vordere Zugteil in Richtung der Uferböschung der Etsch rutschte. Mehrere Bäume verhinderten, dass der Waggon in den Fluss stürzte.

Schwierige Bergung
Die Geröll- und Schlammmassen drangen auch in den Zug ein und bedeckten die Abteile bis zu eineinhalb Meter hoch, was die Rettungsmaßnahmen zusätzlich erschwerte. Außerdem geschah der Unfall in einem äußerst schwer zugänglichen Gebiet. Die Einsatzkräfte mussten sich zum Teil zu Fuß zur Unfallstelle durchkämpfen. Bis zum Nachmittag gelang es, alle Passagiere aus der Bahn zu bergen. Die Suche nach weiteren Opfern im Schlamm außerhalb der Abteile war noch länger im Gang.

Der Nordtiroler Landeshauptmann Platter hat seinem Südtiroler Kollegen Durnwalder die volle Unterstützung des Landes zugesichert, falls diese benötigt wird.

(apa/red)

13.4.2010 12:02