"Beweisen, dass ich Rückgrat habe": Heinz
Fischer geht mit der 'Krone' hart ins Gericht
- Bundespräsident bittet Wahlberechtigte an die Urnen
- SP-Kandidat warnt vor Möglichkeit des Weißwählens

·Wenig Begeisterung
für Präsidentenwahlen
Laut Umfrage bleiben 41
Prozent der Urne fern
·Auf Heinz Fischer
darf man wetten
Laut Umfrage 4 von 5
Wählern für Amtsinhaber
·NS-Lieder bei einem
Rosenkranz-Auftritt
profil: Fragwürdige Rede
bei Sonnwendfeier 2008
·Rosenkranz bricht Wahlkampfauftritt ab
Fühlte sich durch Kund- gebung der SJ bedroht
·Erwartungen sind nicht mehr allzu groß
Barbara Rosenkranz
hofft auf 17 Prozent
·82 Prozent würden Heinz Fischer wählen
Rosenkranz erhält laut Umfrage höchstens 14 %
·Strache lässt seine
Kandidatin hängen
Wahlkampfauftakt von
Rosenkranz ohne FP-Chef
Bundespräsident Fischer hat die Österreicher gebeten, am kommenden Sonntag von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen und nicht weiß zu wählen. Denn "Wählen heißt, sich entscheiden". Er glaubt an ein "deutliches Ergebnis" mit absoluter Mehrheit in allen Bundesländern.
Außerdem äußert Fischer in der ORF-"Pressestunde" die Hoffnung aus dem Wahlergebnis klar erkennen zu können, dass die Bevölkerung eine klare Grenzziehung gegenüber inakzeptablen Auffassungen" vornimmt. Damit sprach er die FPÖ-Kandidatin Rosenkranz an, deren Äußerungen zum Thema Gaskammern und Nazi-Verbrechen er mehrfach kritisch ansprach. So hielt er "der Kandidatin" vor, "umzufallen" und mit einem Notariatsakt das Gegenteil zu sagen, wenn die "Kronen Zeitung" das verlangt.
Dass die "Krone" in gewisser Gegnerschaft zu ihm steht, sieht er in seinem "klaren Bekenntnis zu Europa" samt Unterzeichnung des Lissabon-Vertrages begründet. Wobei ihm "die Tatsache, dass es Gegenwind gibt, sehr wichtig" ist - denn damit könne er "beweisen, dass ich Rückgrat habe".
"Das irritiert mich nicht"
Das laut Umfragen geringe Interesse an der Präsidentschaftswahl und die wieder einmal aufgebrochene Diskussion über die Volkswahl führt Fischer auf die Situation der Wiederkandidatur zurück. Der Amtsinhaber sei immer "klarer Favorit" - was andere "veranlasst, diese Wahl herunterzuspielen". Aber: "Das irritiert mich nicht."
Weißwählen - das manche ÖVP-Politiker ja nahelegen - würde, so Fischer, bedeuten, "von einer Möglichkeit des demokratischen Mitwirkens nicht Gebrauch zu machen". Zwar sei es auch "zulässig", es als Protest gegen das Kandidatenangebot zu sehen. Fischer geht aber davon aus, dass die meisten Wähler "eine ihnen zusagende Möglichkeit finden" werden. Dass die ÖVP keinen Kandidaten ins Rennen schickte, interpretierte er einmal mehr auch als Ausdruck der Meinung, dass er bisher seine Sache "nicht so schlecht gemacht" habe.
(apa/red)
