Wenig Begeisterung für Präsidentenwahlen:
Fast jeder Zweite wird der Urne fernbleiben
- 41 % der Wahlberechtigten potentielle Nichtwähler
- Amt ist für Österreicher dennoch "wichtige Instanz"

·Auf Heinz Fischer
darf man wetten
Laut Umfrage 4 von 5
Wählern für Amtsinhaber
·NS-Lieder bei einem
Rosenkranz-Auftritt
profil: Fragwürdige Rede
bei Sonnwendfeier 2008
·Rosenkranz bricht Wahlkampfauftritt ab
Fühlte sich durch Kund- gebung der SJ bedroht
·Erwartungen sind nicht mehr allzu groß
Barbara Rosenkranz
hofft auf 17 Prozent
·82 Prozent würden Heinz Fischer wählen
Rosenkranz erhält laut Umfrage höchstens 14 %
·Strache lässt seine
Kandidatin hängen
Wahlkampfauftakt von
Rosenkranz ohne FP-Chef
41 Prozent der Wahlberechtigten überlegen ernsthaft oder haben es vor, der Bundespräsidentenwahl am 25. April fernzubleiben. Nur 18 Prozent sagen, sie hätten überhaupt nicht damit spekuliert, zu Hause zu bleiben. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Instituts Oekonsult hervor. Nichtsdestotrotz halten über 90 Prozent das Amt für eine "wichtige moralische Instanz" im Land.
Für die Studie wurden zwischen 8. und 14. April 1.231 Österreicher im Alter von 14 bis 83 Jahren befragt. Bedeutende Themen in der bisherigen Wahlauseinandersetzung erkennt der Großteil dabei nicht. So widersprechen 80 Prozent der vorgelegten Behauptung, dass der Wahlkampf "von wichtigen Themen und Inhalten" geprägt sei. Lediglich fünf Prozent sind von der inhaltlichen Qualität beeindruckt.
Welche Befugnisse der Bundespräsident genau hat, ist der Mehrheit nicht ganz klar: 72 Prozent der Befragten sahen sich außerstande, die verfassungsmäßigen Möglichkeiten und Rechte konkret zu erklären. Händeschütteln, das Eröffnen von Veranstaltungen oder Dinieren bei Staatsempfängen - knapp 90 Prozent sehen die Aufgabe des Präsidenten ohnehin vorwiegend im Repräsentieren.
Passend dazu meinten auch zwei Drittel der Umfrageteilnehmer, dass der Präsident nicht mit sehr viel konkreter politischer Macht ausgestattet ist. Eine hohe Machtkonzentration in der Hofburg erkennen nur sieben Prozent. Die große Mehrheit von 83 Prozent will jedoch, dass sich der Bundespräsident künftig häufiger und deutlicher zu Fragen der Innen- sowie der Außenpolitik einbringt. Unter ihnen sind 39 Prozent, die dies mit größtem Nachdruck einfordern. Der Großteil der Befragten hält das Amt übrigens nach wie vor für zeitgemäß (87 Prozent) und 94 Prozent sind der Überzeugung, dass Österreich einen Bundespräsidenten braucht.
(apa/red)
