Möglicher Terrorakt auf Sinai: Israel ruft seine Bürger zur sofortigen Abreise auf
- Staat habe konkrete Hinweise auf Entführungsversuch
- Urlauber auf ägyptischer Halbinsel seien gefährdet

Die israelische Regierung hat ihre Bürger in einer "dringenden" Warnung zum sofortigen Verlassen der Sinai-Halbinsel aufgefordert. Der Aufruf bezieht sich auf "konkrete Hinweise auf einen zu erwartenden Versuch von Terroristen, Israelis auf der Sinai-Halbinsel zu entführen". Mit dem ungewöhnlichen Vorgehen versucht die Regierung, möglichst rasch Kontakt zu Familien aufzunehmen, die als Urlauber auf der zu Ägypten gehörenden Halbinsel unterwegs sind.
Die israelische Warnung ist außergewöhnlich scharf formuliert. Nach ägyptischen Angaben halten sich derzeit etwa 35.000 Israelis in dem Gebiet auf, das Israel im Sechs-Tage-Krieg 1967 erobert und nach dem Separatfrieden von Camp David etappenweise bis 1982 an Ägypten zurückgegeben hat.
Rasche Information für Familien
Israel hat zwar eine ständige Reisewarnung, die von Abstechern in die Sinai-Wüste abrät, doch wird dies von tausenden Israelis stets geflissentlich ignoriert. Mit dem Aufruf, "sofort abzureisen und heimzukehren" versuchte die israelische Regierung , die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit zu wecken, damit Israelis ihre Verwandten und Bekannten, die in der Gebiet unterwegs sind, möglichst rasch von der drohenden Gefahr unterrichten.
2004 hatten Selbstmordattentäter Anschläge auf ein Hotel und mehrere Campingplätze auf der Halbinsel verübt, von denen man wusste, dass sich dort viele Israelis aufhielten. Dutzende Menschen wurden damals getötet und Hunderte verletzt. Als Urheber wurde die Terrororganisation Al-Kaida vermutet. Im größten Badeort der Halbinsel Sharm el-Sheikh sind bei mehreren Terroranschlägen 2005 mindestens 88 Menschen getötet und über 100 verletzt worden. Auch 2006 hab es Anschläge.
(apa/red)
