Wahlsieger Orban für "Einheit" in Ungarn:
Sorge wegen Erfolg der Rechtsextremisten
- Ministerpräsident will hohe Arbeitslosigkeit bekämpfen
- EU und jüdische Organisationen über Ergebnis besorgt

·Erdrutschsieg für
ungarische Rechte
Zwei von drei Wählern
stimmen für rechte Listen
·NEWS-VIDEO: Rechte Recken im Osten
NEWS-Reporter Christoph
Lehermayr war vor Ort
Mit Sorge haben die EU und jüdische Organisationen auf das starke Abschneiden der Rechtsextremisten bei der Parlamentswahl in Ungarn reagiert. "Wir müssen daran arbeiten, dass innerhalb der EU populistische, ausländerfeindliche, radikale, nationalistische und antieuropäische Positionen so wenig Unterstützung wie möglich bekommen", sagte der spanische Staatssekretär Diego Lopez. Spanien hat derzeit die EU-Ratspräsidentschaft inne.
Der Europäische Jüdische Kongress erklärte, Europa müsse gegen das Anwachsen des "zwanghaften Antisemitismus" ankämpfen. Die Wirtschaftskrise habe extremistischen Parteien Zulauf beschert, die Wählern "einen Sündenbock liefern, den sie für alles Ungemach verantwortlich machen können".
Der designierte Ministerpräsident Ungarns, Viktor Orban von der konservativen Bürgerunion Fidesz, machte die hohe Arbeitslosigkeit und die Korruption in seinem Land für das gute Abschneiden der Rechtsextremisten verantwortlich. Die hohe Arbeitslosigkeit sei eine "politische und wirtschaftliche Landmine", die er entschärfen wolle, sagte er am Tag nach seinem Wahlsieg.
Orbans Partei kam bei der ersten Runde der Parlamentswahl auf knapp 53 Prozent der Stimmen. Die rechtsextreme Partei Jobbik, die bisher nicht im Parlament vertreten war, erhielt 16,6 Prozent und wurde drittstärkste politische Kraft. Die bisher regierende Sozialistische Partei brach von 43 Prozent vor vier Jahren auf unter 20 Prozent ein.
(apa/red)
