Sarg Kaczynskis wird aufgebahrt: Letzte
Ehre für Staatschef im Präsidentenpalast
- Präsident bei Staatsbegräbnis am Sonntag beigesetzt
- Misstöne bei der Aufklärung des Flugzeugunglücks

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Vor 70 Jahren wurden zahlreiche Polen getötet
In Warschau haben tausende Polen Abschied von ihrem tödlich verunglückten Präsidenten Lech Kaczynski genommen. Vor dem Präsidentenpalast, wo die Särge des Staatsoberhaupts und seiner Frau aufgebahrt wurden, lagen Berge von Blumen. Nach einer Trauerfeier für alle 96 Opfer der Flugzeugkatastrophe sollen die beiden am Sonntag in einem Staatsbegräbnis in Krakau beigesetzt werden.
Die sterblichen Überreste Kaczynskis waren bereits am Sonntag nach Polen überführt worden, am Dienstag wurde auch der Leichnam der Präsidentengattin Maria Kaczynska zurück in die Heimat gebracht. Der Sarg der First Lady wurde von einer Ehrengarde und Familienmitgliedern am Warschauer Flughafen in Empfang genommen wurde. Tausende Menschen säumten die Strecke vom Flughafen bis zur Innenstadt von Warschau, um der beliebten First Lady das letzte Geleit zu geben.
Tausende nahmen Abschied
Vor dem Präsidentenpalast hatten sich bereits in der Früh tausende Menschen versammelt, um von dem Präsidentenpaar Abschied zu nehmen. Polens Interimspräsident Komorowski will am Mittwoch den Termin für die Neuwahl des Staatsoberhauptes bekanntgeben. Turnusgemäß war die Präsidentenwahl im Oktober geplant. Parlamentspräsident Komorowski hätte bei der Wahl Kaczynski Umfragen zufolge geschlagen. Der amtierende Präsident hatte bereits erklärt, den Termin so spät wie möglich anzusetzen. Der letzte mögliche Termin sei der 4. Juli, sagte Komorowski am Montag.
Am Samstag soll in einer gemeinsamen Gedenkfeier aller 96 Opfer des Flugzeugabsturzes gedacht werden, für Sonntag ist dann das Staatsbegräbnis des Ehepaars Kaczynski geplant. Wie die polnische Nachrichtenagentur PAP berichtete, werden sie in der Kathedrale auf der Wawel, der ehemaligen Residenz der polnischen Könige in Krakau, beigesetzt.
Kaczynski und seine Frau waren am Samstag bei einem Flugzeugabsturz gestorben. Sie waren zusammen mit Regierungsmitgliedern und anderen Funktionären auf dem Weg zu einer Gedenkfeier in Katyn, als die Maschine auf dem Flughafen von Smolensk in Westrussland abstürzte. Die russischen Behörden haben eine technische Panne als Grund für den Absturz des Flugzeugs mit dem polnischen Präsidenten Lech Kaczynski erneut ausgeschlossen.
Misstöne bei der Aufklärung
Auf polnischer Seite gibt es erste Hinweise auf Misstöne bei der Aufklärung des Unglücks. Beim Landeanflug soll es zu Missverständnissen zwischen den Piloten und den Fluglotsen gekommen sein. "Wir können die Hypothese nicht ausschließen, dass die Piloten in die Irre geführt wurden", zitierte die Zeitung "Dziennik Gazeta Prawna" anonym einen der polnischen Ermittler.
Beobachter sind sich einig, dass der Verlauf der Ermittlungen Einfluss darauf haben wird, ob sich die gemeinsame Trauer so positiv auf die polnisch-russischen Beziehungen auswirkt wie angenommen. Der russische Premier Wladimir Putin sicherte jedenfalls zu, die Tragödie werde "objektiv und umfassend" aufgeklärt.
(apa/red)
