Kirgischer Präsident zum Rücktritt bereit:
Fordert sicheres Geleit für sich und Familie
- Neue Führung lehnt Straffreiheit für Bakijew aber ab
- Geflohener lädt Neo-Regierungschefin zum Gespräch

·Kirgistan trauert um Opfer des Aufstands
Übergangsregierung
ruft Staatstrauer aus
·Schwarzer Rauch
hüllt Bischkek ein
Machtkampf zwischen
Regierung & Opposition
Der gestürzte kirgisische Präsident Bakijew will offiziell abdanken, sofern ihm und seiner Familie sicheres Geleit zugesichert wird. Das meldete die russische Nachrichtenagentur RIA Nowosti. Bisher hatte sich Bakijew trotz seiner Entmachtung geweigert, zurückzutreten. Die neue Führung ist nun aber nicht mehr bereit, mit Bakijew über Straffreiheit zu verhandeln.
Man werde keine Verhandlungen mit dem "blutigen Diktator" führen, sagte ein Vertreter der Übergangsregierung nach Angaben kirgisischer Medien. Die Regierung hatte zunächst nur Bakijew Straffreiheit zugesichert, dann aber nach Ablauf eines Ultimatums seine Immunität aufgehoben. Schon zuvor waren unter anderem gegen einen seiner Brüder sowie seinen Sohn Maxim Haftbefehle wegen Mordes ergangen. Sie sollen für die mehr als 80 Toten während des Volksaufstands vergangene Woche verantwortlich sein.
"Ich werde in den Ruhestand gehen, wenn mir und meinen Angehörigen Sicherheit garantiert wird", sagte Bakijew auf einer Pressekonferenz in seinem Heimatdorf Tejit. Er war nach der Erstürmung der Regierungsgebäude in der Hauptstadt Bischkek in seine Heimat im Süden Kirgistans geflohen. Bisher hatte sich Bakijew trotz seiner Entmachtung geweigert, zurückzutreten. Bakijew lud die Chefin der Interimsregierung, Rosa Otunbajewa, zu Gesprächen in seine Heimatregion Jalalabad ein, in die er sich nach dem Volksaufstand in der vergangenen Woche zurückgezogen hatte.
Panzer gegen Bakijew
Die Übergangsregierung hat nach Angaben der Agentur Interfax schwere Panzer in den Süden des Landes verlegt, wo sich Bakijew aufhält. Zudem würden die Flughäfen des Landes kontrolliert, um eine Flucht zu verhindern. Die neue Führung in Bischkek hatte den 60-Jährigen zuletzt aufgefordert, sich zu stellen. Bakijew aber hatte in seiner südlichen Hochburg immer wieder versucht, seine Anhänger zu mobilisieren. Weil er als Präsident nicht zurücktrat, kündigte die Generalstaatsanwaltschaft einen Spezialeinsatz zu seiner Festnahme ein.
(apa/red)
