Mittwoch, 14. April 2010

Opfer am Runden Tisch nicht erwünscht: Missbrauchsdiskussion gerät in die Kritik

  • Bandion-Ortner & Marek diskutierten mit 30 Experten
  • Eigener Staatsanwalt zur Bekämpfung von Missbrauch

Kinderschutz braucht Geld, das ist eines der Ergebnisse des Runden Tisches zum Thema Missbrauch im Familienministerium. Die Experten sprachen sich etwa für eine bessere Vernetzung der Institution aus. Eine konkrete Forderung betrifft die Ausbildung von Pädagogen, bei der noch stärker auf das Thema eingegangen werden soll, so Familienstaatssekretärin Christine Marek (V).

Marek und Justizministerin Claudia Bandion-Ortner luden Fachleute aus allen betroffenen Bereichen zum Runden Tisch. Einige Opferinitiativen fühlten sich jedoch benachteiligt, da Opfer selbst nicht am Gespräch teilnehmen durften. "Die Opferperspektive wurde permanent berücksichtigt", betonte Marek. Doch sei es bei diesem Termin nicht um die Aufarbeitung aktueller Fälle gegangen, wurde betont.

Aufklärung von Eltern und Kindern
Rund 30 Experten haben dabei drei Stunden lang über Möglichkeiten diskutiert, wie Kindesmissbrauch einzudämmen beziehungsweise zu verhindern ist. "Wir brauchen das Rad nicht neu erfinden", man könne auf vorhandene Standards aufbauen, stellte Marek fest. Eine Maßnahme sei etwa die Aufklärung von Eltern und Kindern, denn "aufgeklärte Kinder sagen schneller Nein", meinte die Staatssekretärin.

Der vielleicht konkreteste Vorschlag umfasste die Aus- und Weiterbildung von pädagogischem Personal, der mit Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) besprochen werden soll. Künftig sollte etwa in der Ausbildung zumindest eine Semesterwochenstunde der Sensibilisierung für das Thema Kindesmissbrauch gewidmet werden, schlug Marek vor. Auch bei den bereits tätigen Pädagogen soll hier in der Fortbildung um fünf Stunden aufgestockt werden.

Staatsanwalt für Missbrauchsfälle
Die Justizministerin möchte in jeder Staatsanwaltschaft einen Ankläger als Anlaufstelle für Missbrauchsfragen installiert wissen. Generell soll der Bevölkerung erleichtert werden, Verdachtsmomente zu melden, appelliert sie an die Zivilcourage.

Den runden Tisch in dieser Form wird es nicht mehr geben. Es soll hingegen ein Expertengremium beim Familienministerium eingerichtet werden, das sich im Mai zum ersten Mal zusammensetzen soll. Ziel sei es, die Zusammenarbeit aller betroffenen Stellen zu verbessern. Marek wies auch darauf hin, dass die bestehende Hotline der Initiative "Die Möwe" ausgeweitet wird. An diese neutrale Stelle können sich alle mit ihren Bedenken wenden (Telefon 0800/808088).

Protest gegen Einladungspolitik
Von einigen Opferplattformen setzte es Kritik, da sie nicht eingeladen waren. So fand auch vor dem Familienministerium die Aktion einer Opferinitiative statt. Mit Babypuppen und Stofftieren im Eingangsbereich protestierte eine Gruppe gegen die Einladungspolitik von Marek und Justizministerin Bandion-Ortner. Die Demo-Teilnehmer pochten u.a. darauf, dass auch Opfer selbst eingebunden werden. Auch die Abwesenheit der Opferbeauftragten Waltraud Klasnic, die im Ausland weilte, wurde kritisiert.

(apa/red)

14.4.2010 19:00
brabus, 14. 04. '10 11:37
Runder Tisch
Also doch kein verwertbarer Output aus dieser 'Expertenrunde'. Wo blieben die 'spannenden Ideen und Inputs' ?? Diese Runde hat gezeigt, dass es sie im Grunde genommen einen Dreck schert, was passiert. Das Mindeste was zu erwarten war ist ein Vorschlag zur Erhöhung des Strafausmaßes: unbedingt lebenslänglich für jeden Kinderschänder und Vergewaltiger, besser wäre noch die Todesstrafe (die wir leider nicht haben) weil solche Verbrecher kein Recht auf Leben haben weil sie andere zerstört haben. Kinder dazu zu bringen 'Nein' zu sagen kann wohl nicht alles sein, oder wer glaubt wirklich, dass ein Kind 'Ja' sagt, wenn man es missbraucht? Und Maßnahmen für Opfer, die auch andere ermutigen ihre Peiniger anzuzeigen ? Nichts davon kam aus dieser Runde. Arme Kinder. Armes Österreich.
Bumser001, 14. 04. '10 06:27
Frechheit!!
Bandion Ortner, Marek und die ganzen Experten sollte man mit einem nassen Fetzen in die Wüste dreschen!!
Solche Weiber haben in der Politik absolut nichts verloren!
Vasant, 13. 04. '10 22:23
An ALLE Experten!
Ned ständig deppert reden, sondern hart durchgreifen und
HANDELN! Nennen sich die größten Idioten eigentlich immer
"Experten"???


Meine Meinung dazu!
keinauto, 14. 04. '10 06:41
Re: An ALLE Experten!
JA!!
Vasant, 13. 04. '10 22:22
Steht das jetzt wirklich hier?
KEIN Opfer war anwesend und man versucht Geld zu
bekommen ... nicht um Opfer zu entschädigen, sondern
um "Experten", die bisher schwer versagt haben zu
unterstützen? Lese ich das hier wirklich?

30 verschi**ene Experten reden darüber wie man nun
weitere Missbräuche verhindern kann, aber keiner sagt
etwas wie man die jetzigen Opfer rasch betreuen muss?

Meiner Meinung nach gehören die "Experten" mit den
Kinderschändern in eine Zelle gesperrt, denn vielleicht
erkennen sie dann selbst den Ernst der Lage!

Und wenn ich lese "Wir brauchen das Rad nicht neu
zu erfinden", dann kriege ich Kabel am Hals ... was
ist das für eine bescheuerte Aussage? Missbrauch
muss man nicht "neu" erfinden, sondern hart und
effektiv bekämpfen ihr "Experten"!

War das ein Treffen geistig Behinderter? Wahnsinn!
DeFacto, 13. 04. '10 19:41
Missstände fortsetzen
Sitzen da vielleicht schon wieder die Täter und die Verantwortlichen zusammen, um zu besprechen wie sie die skandalösen Missstände im Zusammenhang mit dem Wohl unserer Kinder und Familien weiter fortführen können?! ... wahre Fakten finden sich hier: www.scheidungsindustrie.at
brabus, 13. 04. '10 16:51
Arbeitskreis
Jetzt lassen wir mal die vermeintlichen Experten arbeiten, dann sehen wir uns an was rauskommt und vergleichen es mit den Kosten, die diese Herrschaften dabei generiert haben.
Sollte neben 'spannenden Ideen und Inputs' auch ein wertvoller Output geliefert werden, der neben den Spesen des Round Table durch geeignete Massnahmen auch den Schaden der Opfer abdeckt und künftige Fälle weitreichend verhindert, dann hat es sich ausgezahlt. Andernfalls sind die Kosten der Arbeitsgruppe dem Steuerzahler rückzuerstatten - oder wer will für wertlosen Tand etwas zahlen ?
sidestep, 13. 04. '10 12:19
EinSprichwort das auf Sie voll zutrifft heißt.....
.... "wenn ich nicht mehr weiter weiß, dann gründe ich einen Arbeitskreis". Ich habe Ihnen, sehr geehrte Frau Ministerin, sehr viele Vorschussloberen gewährt und bin nun total enttäuscht von Ihnen. Seit seit Sie das Ministerium übernommen haben, herrscht nur mehr Chaos pur. In unserem Lande fehlt es an allen Ecken und Enden an guten Richtern. Gehen Sie wieder dorthin zurück, wo Sie hergekommen sind. ämlich an den Richtertisch! Dort waren Sie nämlich richtig gut. Als Ministerin sind Sie - verzeihen Sie mir - eine Vorgabe!
wong, 13. 04. '10 12:12
aufarbeitung
wenn sie es ernst meint, dann wird auch der fall der damals achtjährigen bianca s. aufgearbeitet bzw. neu verhandelt, die anfang des jahrhunderts von ihrem grossvater, einem vp-politiker, insgesamt dreimal vergewaltigt wurde - der mann wurde nach parteiinternen weisungen von oben "im zweifelsfall" freigesprochen,obgleich medizinisch, psychologisch und polizeilich alles am tisch lag!