Donnerstag, 15. April 2010

14-Jährige gesteht Bluttat an Mutter:
Streit wegen Internet endet in Wien tödlich

  • Tochter stach mit dem Messer mehrere Male ein
  • Gatte und Sohn entdeckten Tote im Badezimmer

Dieses Mal war es das Internet, das zwischen Tochter und Mutter einen heftigen Streit entzündete. Die 14-Jährige wollte surfen, die 37-Jährige verbot ihr selbiges. Es soll nicht die erste Auseinandersetzung gewesen sein, sagten die Ermittler, immer wieder war es zuvor auch zu Handgreiflichkeiten gekommen. Am Dienstagabend zückte die 14-Jährige in der Wohnung in Wien-Margareten jedoch ein Küchenmesser und stieß es der Mutter mehrmals in den Oberkörper. Die Frau starb, ihre Tochter hat mittlerweile ein Geständnis abgelegt und sitzt in der Justizanstalt Josefstadt in Untersuchungshaft.

Entdeckt wurde die blutverschmierte Leiche der 37-jährigen Hausfrau von ihrem Sohn und ihrem Ehemann. Der Zwölfjährige hatte schon zuvor eineinhalb Stunden lang versucht, in die Wohnung in der Sankt-Johann-Gasse zu gelangen, es hatte ihm aber niemand geöffnet. Als dann der Vater, ein Maschinenschlosser von Beruf, nach Hause kam, lag die Hausfrau erstochen im Badezimmer - das Messer steckte noch in ihrer Brust.

Die 14-Jährige hatte zwischenzeitlich die Wohnung verlassen. Via Handy nahmen die Ermittler in den Abendstunden Kontakt auf und verabredeten einen Treffpunkt. In einem Park in Wien-Penzing wurde das Mädchen schließlich aufgegriffen. Es soll laut Polizei einen "sehr verstörten" Eindruck gemacht haben.

Keine Tötungsabsicht
Im Zuge der Einvernahme legte die Jugendliche schließlich ein Geständnis ab, gab aber zu Protokoll, nicht in Tötungsabsicht gehandelt zu haben. Es wurde die Untersuchungshaft verhängt, das Mädchen kam in eine Einzelzelle, wurde dort psychologisch betreut. Ebenso wie Vater und Bruder, die nach der Tat schwer geschockt waren. Die beiden kamen bei Verwandten unter, weil die Wohnung wegen der Tatortrekonstruktion polizeilich versiegelt wurde.

Seitens des Wiener Jugendamtes zeigte man sich zwar betroffen, betonte aber, von möglichen Handgreiflichkeiten in dieser Familie nichts gewusst zu haben. "Wenn so etwas nicht gemeldet wird, können wir mit der Familie auch nicht arbeiten", so eine Sprecherin zur APA.

Zehn Jahre Gefängnis drohen
Die Jugendliche befindet sich in der Justizanstalt Josefstadt in Untersuchungshaft. "Gerichtspsychologen werden sicher noch besser herauszuarbeiten versuchen, wie es zu der Tat gekommen ist", sagte Polizeisprecher Roman Hahslinger. Die Ermittler haben in der Wohnung in der Sankt-Johann-Gasse mittlerweile den Tathergang entsprechend den Angaben der 14-Jährigen nachgestellt und fotografisch festgehalten, wie Hahslinger sagte. Ob noch ein Lokalaugenschein durchgeführt werde, liege nicht im Ermessen der Polizei, sondern werde von der Staatsanwaltschaft entschieden. Laut Staatsanwaltschaft Wien drohen der mutmaßlichen Täterin bis zu zehn Jahre Gefängnis.

(apa/red)

15.4.2010 11:04
wong, 16. 04. '10 14:18
die schlimmste meldung
war das zwar für ihn gut honorierte aber so wie seine meisten kommentare überflüssige schreiben von michael jeannee in der krone - und wenn ich an das periodika österreich denke, da kommt mir der gedanke, dass der teenager eigentlich klage einbringen müsste!
brabus, 14. 04. '10 16:49
Mord wegen Internet
Tragisch, dass Internetsucht nun auch schon zum Tode führt, in diesem Fall dem der Mutter. Aber Kinder die zu Intenet-Junkies werden, weil sie sonst keine ausreichenden sozialen Kontakte haben reagieren offensichtlich ähnlich jedem anderen Süchtigen dem die Droge entzogen wird. Das Problem liegt daher viel tiefer und kann jede Familie treffen, wo Eltern ihre Kinder unkontrolliert den Medien überlassen, sei es Fernsehen, Computerspielen, Handy&Co oder eben dem Internet (sogenannten social networks wie facebook oder twitter). Wenn man Kinder sieht, die bereits in der Volksschule mit Handy und Laptop ausgestattet werden, dann sind diese auf dem besten Weg solche Junkies zu werden und damit potentielle Kandidaten für Suchtverbrechen.
Vasant, 14. 04. '10 15:49
Absolut tragischer Fall!
Die Tatsache, dass ein 14 jähriges Mädchen zu einem
Messer greift, keine Hemmschwelle hat und damit auf
die eigene Mutter mehrmals einsticht, weil diese nicht
ins Internet darf ist sehr bedenklich und tragisch.

Nachdem es zuvor aber immer wieder angeblich zu
Handgreiflichkeiten gekommen war, wundert es mich
nun doch sehr, warum dies beim Jugendamt nicht
bekannt war? Da muss es einen schweren Fehler in
der Kommunikation zwischen Behörden geben, denn
anders kann ich das nicht verstehen!

Man hat ja bereits gewusst, dass es schon zu diversen
Handgreiflichkeiten in der Familie gekommen ist!!
donalonsoildefonso, 14. 04. '10 16:07
Re: Absolut tragischer Fall!
Naja, jetzt nach dem Jugendamt zu schreien und die dafür verantwortlich machen ist der falsche Weg! woher soll das Jugendamt wissen dass es schon öfter ausseinandersetzungen gegeben hat, wenn die Eltern oder die kinder dem Jugendamt nichts melden ?
Also zuerst Kopf einschalten und dann nach dem Schuldigen suchen !!

Und Freak wo in diesem Bericht ist zu lesen dass es *Ausländer* gewesen sind !!??
Vasant, 14. 04. '10 20:54
an donalonsoildefonso
1) "Es soll nicht die erste Auseinandersetzung gewesen
sein, sagten die Ermittler, immer wieder war es zuvor
auch zu Handgreiflichkeiten gekommen."
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"Seitens des Wiener Jugendamtes zeigte man sich zwar
betroffen, betonte aber, von möglichen Handgreiflichkeiten in dieser Familie nichts gewusst zu haben."
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
Wer hat das Jugendamt beschuldigt? Ich habe mich nur
gefragt, warum die Kommunikation zwischen den
Behörden nicht funktioniert hat! Also zuerst lesen und
dann schreiben;)

2) Gestern stand hier, dass es sich um tschechische
Zuwanderer mit Staatsbürgerschaft handelt, was
aber bei so einer Tat nicht wirklich im Vordergrund
stehen sollte!
founder, 14. 04. '10 11:20
Typischer Familienstreit der Computegeneration
Es gibt da natürlich wieder Ausländerhasser, die einen Zusammenhang zur Abstammung konstruieren wollen, aber streitereien um die Computernutzung sind wohl einer der typischsten und schwersten Streitpunkte zwischen Kindern und Eltern.
Vasant, 14. 04. '10 15:51
Re: Typischer Familienstreit der Computegeneration
Da gebe ich dir recht ... das ist ein schlimmer Fall, aber
genauso wenig wie alle Deutschen und Österreicher als
Nazis "abgestempelt" werden können, liegt auch diese
Ursache nicht im Ursprung der Abstammung!

Die Hemmschwelle der Gewalt bei Jugendlichen sinkt
enorm und keiner denkt über Konsequenzen und die
Auswirkungen nach bzw. Reue gibt es meist bei den
Tätern überhaupt nicht mehr und auch keine Einsicht!
Freak40, 14. 04. '10 08:25
bravo
und wieder mal sinnlos unsere Staatsbürgerschaft hergeschenkt,somit keine Möglichkeit dieses Gesindel aus Österreich zu werfen.
Wilfried1931, 14. 04. '10 09:06
prolet
sowas kommt auch unter typischen österr. Staatsbürgern vor
musicman666, 14. 04. '10 09:31
Re: bravo
sehr geistreich das ganze
grenzenlos24, 14. 04. '10 10:36
Re: bravo
..vielleicht liegt es auch daran, dass ein vielleicht lebensrettender Gang zu einer psychologischen Beratung an der Angst als Ausländer und "geistesgestört" abgestempelt zu werden, wenn wir hier schon blöde mutmassungen zulassen. Gesindel sind jene Leute die ihr Selbstbewusstsein aus Dingen ziehen für die sie selbst gar nichts können...