Greenpeace-Aktivisten machen gegen die ÖBB mobil: Zentrale am Wienerberg besetzt
- Demonstration gegen Kraftwerk-Ausbau in Vorarlberg
- ÖBB-Sprecherin: Bundesbahnen halten an Plänen fest

Mit der Besetzung der ÖBB-Zentrale am Wienerberg in Wien-Favoriten haben Aktivisten der Umweltschutzorganisation Greenpeace gegen den geplanten Ausbau des ÖBB-Kraftwerks Spullersee in Vorarlberg protestiert. Zu Zwischenfällen kam es nicht. Die vom Hausbesitzer, der Immofinanz gerufene Polizei habe nun die Aktivisten aufgefordert, das Gebäude zu räumen, so ein Greenpeace-Sprecher.
Nicht die ÖBB, sondern der Hausbesitzer habe die Polizei gerufen, so ÖBB-Sprecherin Gusenbauer. Die Aktivisten hätten am Dach des sechsstöckigen Gebäudes ein Banner aufgespannt, die Polizei habe das Dach bereits geräumt.
ÖBB hält an Kraftwerk-Ausbau fest
Die Bundesbahnen halten an ihren Kraftwerks-Ausbauplänen fest. Die ÖBB sehen sich nicht als Umweltsünder: Ein Drittel des Strombedarfs der Bahn werde aus eigener Produktion gedeckt, dies könne die Preisstabilität sichern, erläuterte Gusenbauer. Der Ausbau des bestehenden Kraftwerks Spullersee sei ein Beitrag zum Klimaschutz. Alleine der dadurch gewonnene Zusatzstrom ermögliche den Betrieb von 6.000 zusätzlichen Zügen Wien-Innsbruck pro Jahr, der Ausbau des öffentlichen Verkehrs sei ökologisch sinnvoll. Außerdem werde bei der Wasserentnahme aus dem Lech-Fluss behutsam vorgegangen, wenn der Wasserstand unter einen gewissen Pegel sinke werde die Entnahme gestoppt.
Weil es sich beim Kraftwerk-Ausbau um ein ökologisch sinnvolles Projekt handle, habe auch das Land Tirol bereits die Genehmigung erteilt, so die ÖBB-Sprecherin. Es würden Verhandlungen mit betroffenen Bauern um Grundstücknutzungsrechte sowie Wassernutzungsrechte geführt. Mit 14 Gemeinden im Lechgebiet sei eine "Allianz für das obere Lechtal" abgeschlossen worden. Auch mit den Umweltschützern führe die ÖBB das Gespräch.
(apa/red)
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