Trauriges 40-Jahre-Jubiläum: Im April 1970 trennten sich die erfolgreichen Beatles
- Persönliche Streitigkeiten führten zur Trennung
- Ende der "Liebesgeschichte" schockierte die Fans

·Der langsame Tod der legendären Band
10. April 1970: Schwarzer
Tag für Millionen Fans
Das Ende der Beatles vor 40 Jahren kam nicht wirklich überraschend. Und doch traf es die Millionen von Fans in aller Welt bis ins Mark, als am 10. April 1970 Paul McCartney verkündete, dass es vorbei ist. Es war das Ende einer Liebesbeziehung - "Love" war die zentrale Botschaft der Band, die von ihren Fans abgöttisch - bis zum Wahnsinn der "Beatlemania" - geliebt wurde. John Lennon, McCartney, George Harrison und Ringo Starr gingen schließlich getrennte Wege.
"Und am Ende ist die Gleichung zwischen der Liebe, die sie empfangen und der Liebe, die sie geben, bis in die Unendlichkeit intakt", heißt es in der "Beatles-History" auf der offiziellen Webseite der Fab Four. Das ist eine Anspielung auf "The End" vom vorletzten Album "Abbey Road". "Heute stehen sie immer noch für die größte Liebesgeschichte des 20. Jahrhunderts." Und das über den Tod hinaus: Lennon wurde 1980 ermordet, Harrison starb 2001 an Krebs. McCartney ist inzwischen 67, Starr 69 Jahre alt.
Faszinierendes Werk
Das Werk der Beatles hat in einem halben Jahrhundert seiner Wirkungsgeschichte nichts von seiner faszinierenden Frische verloren. Als im vergangenen Jahr die 13 Alben der erfolgreichsten Band der Popgeschichte klangtechnisch überarbeitet neu veröffentlicht wurden, waren die Beatles weltweit wieder in den Charts: Mit der Box und gleich mehreren Einzel-CDs, vor allem "Sergeant Pepper".
Lennon, McCartney, Harrison und Starr hatten das Lebensgefühl einer Generation mitbestimmt, die aus der sorgsam gehegten bürgerlichen Idylle und Spießigkeit der ersten Nachkriegsjahre ausbrach. Ihre lebensfrohe Energie war Gegenstück zur Rebellion der Rolling Stones. Und ihr Ende im Frühjahr 1970, als alle Beatles noch unter 30 waren, markierte zugleich das Ende einer Jugend im 20. Jahrhundert. An diesem kreativen Auf- und Ausbruch haben sich spätere Generationen von Punk bis Hip-Hop orientiert. Diese Intensität, dieser Einfluss auf Köpfe und Herzen der Menschen erreichte aber nach den Beatles niemand mehr - auch nicht die Ex-Beatles in ihren Solokarrieren.
"Jungs wurden erwachsen"
Lennon und McCartney hätten so viel zu bieten gehabt, versucht Klaus Voormann, Beatles-Begleiter seit deren Hamburger Tagen Anfang der 60er Jahre, das Phänomen zu erklären. "So viel, dass George jahrelang diese Stücke in der Schublade gehabt hat, diese wunderschönen Stücke. Und hat nix damit anfangen können, weil die beiden anderen zu dominant waren. Wenn eine kleine Band zusammenhockt, dann funktioniert das alles wunderbar, die wohnen sogar in einer WG zusammen. Alles wunderbar, aber dann werden die Jungs erwachsen und entwickeln sich jeder in seine Richtung. Das war da ganz extrem der Fall."
Schon nach ihrer ersten Hit-Kaskade von den ersten Alben waren die Beatles keine kleine Band mehr. Sie waren schon 1966 so groß, dass Lennon sich zu dem Spruch hinreißen ließ, die Beatles seien bekannter als Jesus. Lennon und McCartney begannen sich auseinanderzuentwickeln. Voormann, der das Cover für das Album "Revolver" gestaltete, erklärte im Interview 2009: "Beide hatten diesen, möchte ich schon beinahe sagen, kindischen Drang sich zu profilieren, einer gegen den anderen. Das fand ich nicht besonders gut. Es ist aber so! Menschen sind so!" Ab dem "Weißen Album" ist deutlich zu hören, wer von den beiden den jeweiligen Song geschrieben hat. Dennoch ließen Lennon-McCartney den Ambitionen Harrisons kaum Platz, der nur wenige seiner Kompositionen auf Beatles-Alben unterbrachte.
Viele Fans führten die Risse im Beatles-Gefüge aber eher auf die neuen Frauen an Lennons und McCartneys Seite zurück: Yoko Ono und Linda Eastman. Doch eher hat wohl - mit dem Abstand von vier Jahrzehnten - Voormann mit seiner Einschätzung recht, dass die Beatles schlicht erwachsen wurden und die Mitglieder eigene Wege gehen wollten - vielleicht sogar mussten.
(apa/red)










