Mittwoch, 26. Mai 2010

In bester Gesellschaft

  • Lisa Ulrich-Gödel über öffentliche Emotionen

Manchmal haben Interviews für Journalisten den Unterhaltungswert einer Wurzelbehandlung. „Darüber rede ich nicht“, hören wir dann vom Star auf harmlose Fragen (Lena Meyer-Landrut). Oder: „Darüber redet SIE nicht“ von dessen PR-Beauftragten (Britney Spears). Herrlich, wenn einer Dinge beim Namen nennt, sich zwar wichtig nimmt, aber nichts zu wichtig. Wie Verleger Christian W. Mucha.

Er ist zwar nicht Britney Spears – obwohl er beim Song Contest einige Punkte für Österreich holen könnte –, dennoch sind die Einladungen zu seiner Hochzeit im Juni in Wiens Society begehrtestes Must-Have. Er weiß um gemauscheltes Unverständnis für seine glamouröse Märchenhochzeit im alpenländischen Leute-Mikrokosmos. Motto: „Ein knallharter Verleger als öffentlicher Bräutigam?“ „Es wollen auch deshalb so viele zu unserer Hochzeit, weil ich aus Angst, mir eine Blöße zu geben, lange keine Gefühle gezeigt habe“, so Mucha. Ist es mutig, private Emotionen mit der Öffentlichkeit zu teilen? „Das hat nichts mit Mut zu tun“, meint er, „sondern mit der Selbstsicherheit, dass mir nicht mehr viel passieren kann. Immer müssen alle jung und gesund sein. Man kann auch sagen: Ich hatte ein Burnout, ich war schwach als Mensch.“ Oder: Wir sind verliebt. Wahrheiten, die einen Menschen ausmachen.

26.5.2010 13:40