Sonntag, 11. April 2010

Rettungsplan für Griechenland steht: Euro-
Länder bieten Kredite bis zu 30 Milliarden

  • Griechenland will Rettungspaket vorerst nicht nutzen
  • Österreichische Beteiligung mit rund 2,86 Prozent

Griechenland könnte bei drohender Zahlungsunfähigkeit binnen kurzer Zeit auf Finanzhilfe seiner Euro-Partnerländer zugreifen. Die Finanzminister der Euro-Zone segneten bei einer Telefonkonferenz die Konditionen für entsprechende Notkredite ab. Das insgesamt dreijährige Programm sieht für 2010 ein Volumen von bis zu 30 Mrd. Euro vor.

Diese 30 Mrd. Euro würden noch von Mitteln des Internationalen Währungsfonds (IWF) ergänzt werden, erklärte Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker in Brüssel. Für einen Kredit mit bis zu drei Jahren Laufzeit müsste Griechenland einen Zins von rund fünf Prozent bezahlen - gut zwei Prozentpunkte weniger, als die Anleger an den Finanzmärkten derzeit verlangen.

Griechenland wird nach den Worten von Ministerpräsident Giorgos Papandreou das Sicherheitsnetz allerdings notfalls in Anspruch nehmen. "Die Frage bleibt, ob dieser Mechanismus die Märkte überzeugen wird - praktisch zur Abschreckung wie eine Waffe auf dem Tisch", sagte er in einem Interview der griechischen Zeitung "To Vima". "Wenn er sie nicht überzeugt, dann ist dieser Mechanismus dazu da, genutzt zu werden."

Österreich beteiligt sich mit 2,86 Prozent
Es wäre das erste Mal in der elfjährigen Geschichte der europäischen Währungsunion, dass ein Mitgliedsland gestützt würde. Der EU-Vertrag verbietet den Euro-Staaten, sich gegenseitig Schulden abzunehmen. Doch der beschlossene Kreditmechanismus verstoße nicht gegen diese Klausel, betonte Juncker. Alle anderen 15 Euro-Länder würden Griechenland im Notfall helfen. Österreich würde sich laut Finanzminister Josef Pröll mit 2,86 Prozent beteiligen.

Die griechische Regierung will mit einem drakonischen Sparprogramm die Neuverschuldung in diesem Jahr auf 8,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts senken. Das Defizit lag 2009 bei 12,7 Prozent.

(apa/red)

11.4.2010 20:09
brabus, 12. 04. '10 10:11
EU
Wer wollte die EU ? Wer wollte sich mit wirtschaftsschwachen Ländern ins gleiche Bett legen obwohl klar war, dass unser Geld abfliesst (kommunizierendes Gefäß !) ? Wurde der Österreicher gefragt ob er das alles will und sein Steuergeld verpulvert wird ? Nein. Wollten wir EU-Politiker und EU-Beamte finanzieren, die uns unsinnige Regeln auf's Aug drücken (siehe totales Rauchverbot in Lokalen)? Nein. Habt ihr es noch nicht begriffen ? Einige wenige Machthaber bestimmen, was das dumme Fußvolk zu tun hat: arbeite (wennst einen Job hast) und zahle (ohne zu fragen wofür). Und dafür dürfen wir wählen gehen. Willkommen in der neuen 'Demokratur' Europas.
m3dicus, 12. 04. '10 08:33
was machen die da?
das beste wäre, wenn griechenland aus der €-zone austritt, sich regeneriert und dann wieder beitritt.

aber einem bankrotten staat noch mehr kredite zu geben gibt sogar der vernunft von mir wirtschaftslaien einen gewaltigen tritt in den hintern!

Interview mit Wilhelm Hankel dazu: http://www.youtube.com/watch?v=XE3KzF_grn0&feature=PlayList&p=CDE194E7F3F0E1B5&playnext_from=PL&index=17
sidestep, 11. 04. '10 18:43
Bravo Herr Pröll
Das ist eine Politik, die rinnt einen den Hals hinunter wie Öl-allerdings wie schlechtes Öl. Die oben von Ihnen angeführten 2,86 Prozent sind rund 400 Millionen Euro für die Österreicher. Uns drücken Sie ein Sparpaket nach dem anderen aufs Auge und die verlogenen Griechen, die sich den Beitritt zur Eurozone durch falsche Angaben zu ihrem Budgetdefizit erstunken und erlogen haben, denen wollen Sie helfen? Wem müssen wir als nächsten 400 Millionen in den Rachen werfen - Spanien, Portugal, Italien oder Irland?
Die ÖVP war schon immer eine Partei, die vor Brüssel auf dem Bauch gelegen ist. Das hat mit Schüssel und der freiwilligen Verdoppelung der Beiträge begonnen und setzt sich nun mit Ihnen fort. Wissen Sie wie man jemanden nennt der so handelt? Ganz einfach, man sagt Volksverräter zu ihm.
Tornado75, 11. 04. '10 20:52
Re: Bravo Herr Pröll
Da stimme ich zu aber:

Sind nicht 2,86 % von 30 Milliarden = 858 Millionen Euro?