Kostet Sprit bald zwei Euro pro Liter?
Öl-Spekulanten treiben Preise in die Höhe
- Studie: Liter durch Spekulationen um 14 Cent teurer
- Bei anziehender Konjunktur "Rekordpreise" erwartet
Ein Liter Sprit könnte bald zwei Euro kosten. Schuld daran sind laut einer veröffentlichten Studie Finanzspekulanten, die am Benzinpreis kräftig mitverdienen. Sie verteuern jeden Liter Benzin oder Diesel um rund 14 Cent pro Liter. Eine Tankfüllung von 50 Liter kostet demnach sieben Euro zu viel. Jeder Autofahrer müsse bei einer durchschnittlichen Fahrleistung 136 Euro im Jahr extra zahlen.
Laut der Studie des Hamburger Experten Steffen Bukold vom Institut EnergyComment beträgt die "Spekulationsprämie" bei dem aktuellen Rohölpreis von 80 Dollar (60,0 Euro) pro Barrel etwa 30 Dollar oder 35 Prozent. "Die Rohölpreise und damit die Benzin- und Dieselpreise werden dadurch im Schnitt um 0,14 Euro je Liter nach oben verzerrt", heißt es. Mehrkosten von fünf Mrd. Euro pro Jahr ergeben sich damit für alle Privathaushalte mit Pkw in Deutschland. Weltweit errechnet die Studie Mehrkosten für den Straßenverkehr von 733 Mio. Euro pro Tag und 267 Mrd. Euro im Jahr.
"Schon bald neue Rekordpreise"
Bei einer weltweit anziehenden Konjunktur hält die Studie "schon bald neue Rekordpreise über 150 Dollar pro Fass und Benzinpreise von über 2,0 Euro/Liter" für wahrscheinlich. Zur Begründung verweist Bukold auf die knapper werdenden Erdölreserven und die weltweit steigende Nachfrage bei einer hohen Liquidität der Finanzmärkte.
Bukold unterscheidet zwischen zwei Spekulationstypen auf dem Ölmarkt: Hedgefonds sind demnach für ein bis zwei Monate andauernde Wellen verantwortlich. Ihnen schreibt er beim derzeitigen Rohölpreis einen Anteil von acht bis zwölf Dollar zu. Langfristige Spekulationswellen würden demnach von großen Investmentfonds, Banken und ebenfalls von Hedgefonds ausgelöst. Sie sind laut der Studie für einen Preisaufschlag von 17 bis 23 Dollar verantwortlich.
(apa/red)

