Mittwoch, 7. April 2010

Trotz Krisenjahr wurde weniger gespart:
Österreicher legten weniger auf hohe Kante

  • 2009 ein Prozent weniger als noch im Jahr davor
  • Sozialleistungen stiegen mehr als Sozialbeiträge

Die Österreicher haben im Krisenjahr 2009 elf Prozent ihres verfügbaren Einkommens auf die hohe Kante gelegt, ein Prozent weniger als noch im Jahr zuvor. Damit wurde die Sparquote des Jahres 2006 erreicht. Die verfügbaren Einkommen hingegen sind 2009 stabil geblieben. Während das Arbeitnehmerentgelt gewachsen ist (+1,5%), gingen die Selbstständigen-Einkommen zurück (-1,7%).

Die Vermögenseinkommen sanken nahezu um ein Drittel, teilte die Statistik Austria mit. Betrachtet man diese drei Einkommensbestandteile längerfristig, zeigte sich 2009 exakt die gegenläufige Entwicklung zu den fünf Jahren davor: Von 2003 bis 2008 betrug die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate des Arbeitnehmerentgelts 4,1 Prozent und jene der Selbstständigen-Einkommen 5,7 Prozent, die Vermögenseinkommen stiegen im Jahresschnitt um 12,9 Prozent.

Die Sozialleistungen stiegen im Vergleich zum Vorjahr deutlich stärker als die Sozialbeiträge (5,9 Prozent zu 1,3 Prozent). Die Steuern vom Einkommen sanken um 8,2 Prozent. Zurückzuführen ist dies vor allem auf einen Rückgang der Lohnsteuer (-6,5%), aber auch der Kapitalertragssteuer (-19,6%), so die Statistiker.

Im internationalen Vergleich ist das Niveau der Sparquote der österreichischen Haushalte eher hoch: In der EU betrug es 5,5 Prozent und im Euroraum 8,3 Prozent gegenüber 11 Prozent in Österreich.

(apa/red)

7.4.2010 10:06