Montag, 12. April 2010

Mickelson holt zum dritten Mal Masters-
Titel: Woods bei Comeback starker Vierter

  • "Tiger" auf Schlussrunde in Augusta chancenlos
  • Golfsuperstar will jetzt offenbar erneut pausieren

Phil Mickelson ist im begehrten grünen Jacket des Masters-Siegers nach Hause gefahren, während sein US-amerikanischer Landsmann Tiger Woods die Heimreise aus Augusta im Alltags-Anzug und unzufrieden antrat. Sein Comeback nach fünf Monaten Pause, dem Bekanntwerden zahlreicher außerehelicher Affären und einer 45-tägigen Therapie gegen seine Sex-Sucht, endete auf Rang vier.

"Das ist nicht das, was ich hier erreichen wollte. Ich bin hergekommen, um zu gewinnen. Aber je länger das Turnier dauerte, desto schlechter wurden meine Schläge", ärgerte sich der Weltranglisten-Erste Woods nach seiner 69er-Schlussrunde. Insgesamt benötige der 14-fache Major-Sieger mit 277 Schlägen fünf mehr als der fulminant aufspielende Sieger Mickelson (272), der zum dritten Mal nach 2004 und 2006 beim Masters triumphierte. Es war sein vierter Major-Titel insgesamt, nachdem er auch das US PGA Championship 2005 gewonnen hatte.

Der 39-jährige Mickelson war mit einem Schlag Rückstand auf den führenden Engländer Lee Westwood in die letzte Runde der 74. Masters-Austragung gegangen. Während Westwood mit drei Bogeys den ersten europäischen Sieg in Augusta seit 1999 verspielte und letztlich (275) vor dem Amerikaner Anthony Kim (276) Zweiter wurde, überzeugte Mickelson mit einer fehlerfreien Schlussrunde, auf der ihm fünf Birdies gelangen. "Es ist ein unglaubliches Gefühl und es gibt nichts Schöneres, als dieses Turnier zu gewinnen. Das ist heute ein besonderer Tag, auf den ich immer mit großartigen Erinnerungen zurückblicken werde", meinte Mickelson.

Ehefrau als Gratulantin
Bereits vor dem 18. und letzten Loch war ihm sein dritter Triumph in Augusta nach 2004 und 2006 kaum mehr zu nehmen. Mickelson hatte zwei Schläge Vorsprung auf Westwood, behielt die Nerven, ein ruhiges Händchen - und fiel anschließend seiner Ehefrau Amy in die Arme, die seit knapp einem Jahr an Brustkrebs leidet. "Es ist ein sehr emotionales Jahr gewesen und ich bin sehr stolz darauf, wie meine Frau kämpft", betonte Mickelson, der auch seine drei Kinder vor Ort hatte.

Woods hingegen war ohne seine Ehefrau Elin nach Augusta gekommen. Sein in der Golf-Welt sehnlichst erwartetes Comeback nach 144 Tagen Pause hatte dem übertragenden Fernsehsender ESPN bereits am Eröffnungstag eine um 47 Prozent höhere Einschaltquote als noch im Vorjahr beschert. Wann der 34-Jährige sein nächstes Turnier spielt, ließ er offen. "Ich werde mir jetzt eine Auszeit nehmen und alles überdenken", kündigte er an. Bereits vor dem Masters hatte Woods betont, die Therapie gegen seine Sex-Sucht fortsetzen zu wollen.

(apa/red)

12.4.2010 10:48