Mehr als 200 Tote nach Unwetter in Rio: Behörden befürchten noch mehr Todesopfer
- Gerölllawine verschüttete Armensiedlung von Niteroi
- Stärksten Regenfällen seit mehr als vier Jahrzehnten

·Schwere Unwetter stürzen Rio ins Chaos
102 Todesopfer in der Metropole von Brasilien
·Bilder: Rio de Janeiro versinkt in den Fluten
Zahlreiche Straßen unter Wasser, dutzende Tote
Die Zahl der Todesopfer nach den schweren Regenfällen und Erdrutschen im brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro ist weiter gestiegen. Bisher wurden 214 Menschen tot geborgen, teilte die Feuerwehr mit. Am stärksten traf es die Stadt Niteroi, rund 13 Kilometer von Rio entfernt, wo insgesamt 134 Todesopfer registriert wurden. Dort hatte ein gewaltiger Erdrutsch 50 Häuser weggerissen. Die Behörden befürchten noch mehr als 100 Tote unter den Schlammmassen.
Die Gerölllawine hatte sich am Mittwochabend nach heftigen Regenfällen am "Morro (Hügel) do Bumba", einer am Hang liegenden Armensiedlung (Favela) von Niteroi, gelöst. Der Hügel wurde früher als Mülldeponie genutzt. Mehr als 300 Rettungskräfte suchen in den Schuttmassen nach Überlebenden, obwohl die Chancen dafür als gering eingestuft werden. Anders als bei Erdbeben etwa in Haiti sei es bei Erdrutschen "sehr, sehr unwahrscheinlich", dass Tage danach noch Überlebende gefunden würden, sagte ein Feuerwehrsprecher.
Der Gouverneur des Bundesstaates Rio, Sergio Cabral, sprach bei einem Besuch am Unglücksort von einer "entsetzlichen Situation". Die Behörden in Niteroi sperrten 60 Häuser in der Risikozone. In Rio de Janeiro selbst, wo bisher 60 Todesopfer registriert wurden, hatten die stärksten Regenfällen seit mehr als vier Jahrzehnten Anfang der Woche weite Teile des Stadtgebietes überflutet und ein Chaos ausgelöst.
(apa/red)
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