Hochwasser, Erdrutsche und 102 Tote:
Regenfälle stürzen Rio de Janeiro ins Chaos
- Meisten Opfer wurden von Schlammlawinen erfasst
- Vor allem Slums der Millionen-Metropole betroffen
·Bilder: Rio de Janeiro versinkt in den Fluten
Zahlreiche Straßen unter Wasser, dutzende Tote

Nach den heftigsten Regenfällen seit fast einem halben Jahrhundert versinkt die Gegend um die brasilianische Metropole Rio de Janeiro in den Fluten. Die meisten der bisher 102 Todesopfer kamen in den Slums des gleichnamigen Bundesstaats durch Erdrutsche ums Leben. In Rio herrschten Chaos und Verzweiflung, Einwohner versuchten in überschwemmten Favelas, ihr nacktes Leben zu retten.
Nach Angaben der Rettungskräfte rissen der Regen und die darauffolgenden Erdrutsche und Überschwemmungen im Bundesstaat Rio mindestens 102 Menschen in den Tod. In der Metropole Rio wurden demnach 37 Menschen getötet, allein in der Trabantenstadt Niteroi 53. Der Gouverneur des Bundesstaats, Sergio Cabral, rief eine dreitägige Trauerzeit aus.
Zahlreiche Straßen überflutet
Die Straßen der Millionenmetropole verwandelten sich vielerorts in Sturzbäche. In den Favelas genannten Elendsviertel auf den Hügeln von Rio hinterließen Erdrutsche eine Spur der Verwüstung. In einem Viertel nahe Rios weltberühmter Christus-Statue regnete es laut Behörden mehr als sonst im gesamten Monat April. Die Schulen blieben erneut geschlossen. Auch der Flugverkehr war weiter eingeschränkt.
Im Fußballstadion Macarana, das als weltweit größte Wettkampfstätte gilt und derzeit für die Olympischen Sommerspiele 2016 renoviert wird, standen der Rasen und die Kabinen unter Wasser. Schmutzwasser und Unmengen von Abfällen wurden auf das Spielfeld gespült. Rio sei aber als Gastgeber für die Fußball-WM 2014 und Olympia 2016 bereit, bekräftigte Präsident Lula da Silva vor Journalisten. Solch eine "Tragödie" ereigne sich schließlich nicht jeden Tag.
Unterdessen wurde die Kritik an der mangelnden Kontrolle des Städtebaus in der Mega-Metropole mit rund elf Millionen Einwohnern immer lauter. Die Stadt sei an einer Stelle errichtet worden, die zum Nationalpark hätte erklärt werden sollen, sagte der Städtebau-Experte Andre Urani dem TV-Sender Globo.
(apa/red)
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