Neue Terrorwelle erschüttert Bagdad: Dutzende Menschen bei Explosionen getötet
- Mehrere Wohnhäuser in drei Stadtvierteln eingestürzt
- Ex-Premier Allawi: Machtvakuum löst Gewalt aus
Eine Serie von Bombenanschlägen auf Wohnhäuser in der irakischen Hauptstadt Bagdad hat mindestens 39 Menschen das Leben gekostet. Rund 130 weitere wurden verletzt, wie die Polizei mitteilte. Die Detonationen ließen Wohnhäuser in drei Stadtvierteln einstürzen. Erst wenige Tage zuvor waren bei Anschlägen auf mehrere diplomatische Vertretungen mindestens 50 Menschen in Bagdad getötet worden.
Der Gewinner der Parlamentswahl, Ex-Premier Allawi, machte das nach den Wahlen entstandene Machtvakuum im Irak für das Wiederaufflammen der Gewalt verantwortlich. Extremisten versuchten, die Ungewissheit über die politische Zukunft des Landes auszunutzen, sagte Allawi. Der ehemalige Ministerpräsident hatte die Parlamentswahl mit seinem säkular ausgerichteten, überkonfessionellen "Al-Irakiya"-Block mit einem knappen Vorsprung von zwei Mandaten gewonnen. Der amtierende Regierungschef Nuri al-Maliki erkennt das Ergebnis allerdings nicht an. Um eine Regierung bilden zu können, sind sowohl Allawi als auch Malikis schiitisch dominierte "Allianz für den Rechtsstaat" auf Koalitionspartner angewiesen.
Bombenserie in einem Wohngebiet
Die Bombenserie begann gegen 9.30 Uhr Ortszeit mit mehreren Explosionen in einem Wohngebiet im Nordwesten Bagdads. Kurz darauf detonierte auf einer Kreuzung eine Autobombe und beschädigte mehrere Gebäude. Gegen 9.45 Uhr explodierte dann in einem Restaurant in der Innenstadt ein in einem Plastiksack versteckter Sprengsatz. Noch Stunden später wühlten verzweifelte Menschen in den Trümmern des Gebäudes nach Überlebenden.
Wenige Tage zuvor hatten drei koordinierte Selbstmordanschläge auf ausländische Botschaften in Bagdad 50 Menschen das Leben gekostet. Die Attentäter hatten binnen weniger Minuten ihre mit Sprengstoff beladenen Fahrzeuge vor dem Eingang der ägyptischen Botschaft, der iranischen Botschaft sowie in der Nähe der deutschen, spanischen und syrischen Botschaften gezündet. Die irakische Regierung machte das Terrornetzwerk Al-Kaida für die Anschläge verantwortlich.
(apa/red)
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