Dienstag, 6. April 2010

Angst vor Unruhen im WM-Land Südafrika: Mord an Politiker entfacht Rassenstreit neu

  • Aufruf: "Kommen Sie besser nicht zur Fußball-WM"
  • Verbrechen sei "Kriegserklärung" an die Weißen

Zehn Wochen vor der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika hat die Ermordung eines bekannten Rechtsextremisten Angst vor Rassenunruhen ausgelöst. Eugene Terreblanche, der Anführer einer Bewegung für die Schaffung eines eigenen Staates für die weiße Minderheit in Südafrika, wurde erschlagen in seinem Bett gefunden. Ein ranghohes Mitglied seiner Organisation bezeichnete das Verbrechen als "Kriegserklärung" der Schwarzen an die Weißen. Rund zwei Monate vor der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika dürfte der Vorfall die Sicherheitsbedenken im Ausland wegen der ohnehin hohen Kriminalität weiter nähren.

Präsident Jacob Zuma rief seine Landsleute indes zur Besonnenheit auf. Die Bevölkerung dürfte es nicht zulassen, dass Provokateure diese "schreckliche Tat" ausnützten, um Rassenhass zu schüren. Allerdings ging die Polizei nicht von einem politischen Tatmotiv aus.

Streit über Löhne als Motiv
Nach Angaben von Polizeiminister Nathi Mthetwa war nicht Rassenhass, sondern ein Streit über Löhne der Anlass der Tat. Zwei schwarze Arbeiter hätten den 69-jährigen Terreblanche mit einer Machete und einem Knüppel auf dessen Farm in Ventersdorp 110 Kilometer nordwestlich von Johannesburg umgebracht. Noch heute Dienstag sollten die Verdächtigen vor Gericht erscheinen.

Terreblanches Organisation Afrikaner Weerstandsbeweging (AWB) warf der Jugendorganisation des regierenden Afrikanischen Nationalkongresses (ANC) umgehend vor, die Spannungen mit einem Lied geschürt zu haben, das zur Gewalt gegen Weiße aufruft. Der Tod des 69-Jährigen, dessen Gesicht bei seiner Ermordung bis zur Unkenntlichkeit entstellt worden sei, werde gerächt. Für die WM qualifizierte Fußballnationalmannschaften wurden aufgerufen, aus Sicherheitsgründen im Juni nicht nach Südafrika zu kommen.

"Eine persönliche Tragödie"
Die größte Oppositionspartei Demokratische Allianz, in deren Führung hauptsächlich weiße Südafrikaner sitzen, zog ebenfalls eine Verbindung zwischen dem Mord und dem Streit über das Lied. Der ANC wies die Vorwürfe zurück. Es gebe derzeit keine Hinweise darauf, dass der Mord mit dem Lied in Zusammenhang stehe. Vor allem bei weißen Bauern hatte das Lied dennoch Besorgnis ausgelöst. Seit dem Ende der Apartheid wurden etwa 3.000 von ihnen getötet.

Experten gehen indes davon aus, dass sein Tod keine größeren Auswirkungen haben werde. "Er war zuletzt zunehmend an den Rand gedrängt", sagte Lawrence Schlemmer vom Institut für Rassenbeziehungen. "Sein Tod ist mehr als alles andere eine persönliche Tragödie." (apa/red)

6.4.2010 11:48
maoist, 08. 04. '10 13:02
@ wong -3
wer immer diesen blödsinn absondert (und dies verteidigt bzw gutheisst), der mein ursprüngl. posting motivierte, hat nichts begriffen und soll nicht belohnt werden. anstelle einer territoriallösung würde mir viel eher eine polit. regelung vorschweben, wie sie bspw. in belgien, wo auch 2 unterschiedl. gruppen koexistieren, vorschweben.

dies hat sehr lange sehr gut funktioniert, bis flämische nationalisten und rassisten sie sabotierten, um eine eigenstaatlichkeit auf "reinen" ethn. prinzipien fussend zu verfolgen.

ich bin bei dir, dass der anc in dem masze grosszügig sein könnte (+sollte), als die weissen endlich bereit sind, den status-quo+das schwere, jahrhundertelange unrecht deutlich einzusehen.

das selbe gilt natürlich auch für die nahostfrage, aber das wäre ein eigenes thema.
maoist, 08. 04. '10 12:57
@ wong - 2
nun bin ich kein freund dieser argumentationslinie, da die geschichte alles und/oder nichts beweist, sobald man sie zur klärung von territorialfragen heranziehen will. ich denke, dass die weissen (ich mag die bezeichnung buren einerseits wegen der rassist. konnotation nicht und andererseits weil es ja auch engländer etc. gibt) nur dann eine chance haben, sich dort zu integrieren, wenn sie endlich anerkennen, welche histor. last, bürde und verantwortung sie tragen.

diese siedlerverbände sind doch alle mehr od. weniger das gleiche: abgehalfterte apartheit-anhänger, die nicht begreifen wollen/können, dass ihre zeit abgelaufen ist.
maoist, 08. 04. '10 12:53
@ wong - 1
nun ja, ganz so stimmt es nicht. du wechselst ausserdem deine argumentation. zuerst willst du den buren nationenstatus gewähren, obwohl sie als ausbeuter und kolonisatoren gekommen waren und vergleichst diese situation mit jener im nahen osten. unter zugrundelegung des selben maszstabes wäre die staatlichkeit israels sowieso keine diskussionsfrage, weil juden zumindest seit der landnahme immer schon dort gelebt haben und die mythologisierten palästinenser, die ihren namen zuerst von den griechen und dann von der röm. provinz palaestina ableiteten (auch wenn diese mit den heutigen - die grösstenteils jordanier sind - NICHTS gemein haben).
maoist, 07. 04. '10 13:10
@ wong
naja, egal, ob die buren nun eine nation sind (nach vorherrschender völkerrechtsauffassung eher nicht), faktum bleibt, dass die buren, also niederländer, dort gewaltsam aufgetaucht sind und die ansässige bevölkerung jahrhundertelang ausgebeutet, misshandelt und ermordet haben.

dies soll man mit einem eigenen staat belohnen?
wong, 08. 04. '10 12:44
Re: @ wong
stimmt - gegenfrage: wie ist israel entstanden - durch krieg!
ich denke, die zeit ist reif, martin luther king wirklichkeit werden zu lassen,der in seiner berühmtesten rede ja davon träumte, dass sich der löwe mit dem lamm niederlegt - also, volksabstimmung,ehrliche und engagierte diplomatie und allen seiten wird rechnung getragen werden können!
maoist, 07. 04. '10 07:39
so eine niedertracht!
die äusserung, wonach der tod dieses rassisten eine kriegserklärung an die weissen wäre, zeigt neuerlich, wohin rassisten gehören (in terreblanches neue behausung) und auch woher sie kommen (wc).

angesichts solcher äusserungen muss man sich schämen, weisseR zu sein, so wie man sich im kreise zivil. länder schämen muss, ein ösi zu sein. erklärungen sind da immer nötig, dass man nicht zu jenem bodensatz gehört, den ein grossteil der hiesigen bevölkerung darstellt.

terreblanches tod ist ein guter tag für den humanismus und sein todestag wird fortan ebenso seinen platz im kalender haben, wie der 11.10.
wong, 07. 04. '10 12:32
Re: so eine niedertracht!
ich bin ja mit dir, nur,scheuklappen hast schon,alter!
und - ein eigener burenstaat,der nicht rassistisch fundiert ist, ich sage,die buren sind eine nation,die ihr recht auf ihren staat haben!
Vasant, 06. 04. '10 12:45
Ich frag mich sowieso ...
warum man dort eine WM macht? Da sind ja gewisse
Dinge vorprogrammiert.

Die bsoffenen Fussball Fans die per Billigflieger nach
Afrika kommen, werden saufen, randalieren und sich
sicherlich auch der Prostitution hingeben, die zu dem
Zeitpunkt sicherlich das Hauptgeschäft einiger dubioser
"Händler" ausmachen wird. Nun gut, HIV ist ja auch in
Afrika nicht so das Thema und den Frauen dort wird
ja auch erzählt, dass man HIV mit Aspirin heilen kann!

Abgesehen von den Unruhen die dort immer herrschen
ist es also schon auch fraglich, ob man dem Land nun
dadurch etwas Gutes tut!? Beim Stadionbau sind die
auch weit hinter der Zeit und so eine Kapazität hat
dieses Land einfach noch nicht in der Praxis erlebt.

Wird also mit Sicherheit eine spannende WM in jeder
Hinsicht!
jdk1, 06. 04. '10 16:44
Re: Ich frag mich sowieso ...
billigflieger nach südafrika... noch nie davon gehört... bitte um genauere info!
Vasant, 06. 04. '10 19:09
Re: Ich frag mich sowieso ...
Tickets zu den Spielen und Flug ...

http://www.n-events.de/Sport/fussball-wm-tickets.html
Vasant, 06. 04. '10 19:10
Noch eine Seite ...
http://suedafrika-news.de/fluege-wm-2010/