Montag, 5. April 2010

Wunder nach Bergwerksunglück in China:
115 Minenarbeiter nach Woche gerettet

  • Wassereinbruch verschüttete rund 153 Bergarbeiter
  • Überschwemmte Kohlebergwerk befindet sich im Bau

Acht Tage nach dem schweren Grubenunglück in China sind 115 Bergleute lebend gerettet worden. Das staatliche Fernsehen zeigte Bilder, wie die Arbeiter aus dem überschwemmten Kohlebergwerk bei Xiangning ans Tageslicht geholt wurden. In das noch im Bau befindliche Bergwerk war am Sonntag vergangener Woche Wasser eingebrochen, 153 Arbeiter wurden dabei unter Tage eingeschlossen.

Die meisten Überlebenden seien in einem "stabilen Zustand", sagte der Gouverneur der Provinz, Wang Jun. Viele waren auf einer Arbeitsplattform, die nicht überschwemmt war. In fünfsitzigen Kajaks wurden sie in Sicherheit gebracht. Die Suche nach 38 weiteren Verschütteten dauert an. Die Rettungsarbeiten gestalten sich aber "sehr schwer".

Etwa 3.000 Bergungskräfte sind seit Tagen im Einsatz und versuchen, das Wasser aus der Grube abzupumpen. Sie machen aber nur langsam Fortschritte. Am Samstag waren Rettungsteams mit Tauchern in die Grube vorgedrungen, nachdem am Freitag erstmals Klopfzeichen gehört worden waren.

Nahrung durch eine Röhre
Daraufhin wurde von oben ein Loch zu dem Schacht gebohrt. Durch eine Röhre wurden Nahrung, Milch und Beutel mit Traubenzuckerlösung herabgelassen. Auch wurde der Schacht dadurch mit Sauerstoff versorgt. Einige der Geretteten mussten aber auch ganz ohne Nahrung und Trinkwasser auskommen. Weitere eingeschlossene Bergleute werden auf zwei anderen Plattformen vermutet, die bisher nicht erreicht werden konnten.

Die geborgenen Bergarbeiter wurden in umliegende Krankenhäuser verteilt. Sie litten unter Unterkühlung, Austrocknung, Hautausschlag und niedrigem Blutdruck. Einige waren auch unter Schock.

Die chinesischen Bergwerke gehören trotz massiver Bemühungen um bessere Sicherheitsstandards in den vergangenen Jahren zu den gefährlichsten der Welt. Im vergangenen Jahr kamen nach einer amtlichen Statistik 2.631 Bergarbeiter unter Tage ums Leben. 2002 waren es 6.995 gewesen.

(apa/red)

5.4.2010 17:05
founder, 05. 04. '10 15:11
Opfer des fossilen Energiesystems
Egal ob US Soldaten im Irak oder Kohlebergbauarbeiter in China. Beide arbeiten unter lebensgefährlichen Umständen für die Energieversorgung Ihrer Heimat.