Montag, 5. April 2010

Zweite Attentäterin in Moskau war Lehrerin:
28-jährige Frau konnte identifiziert werden

  • Zwei tote Polizisten nach Anschlag in Inguschetien
  • Täter zündete Sprengstoffgürtel vor Polizeistation

Einem Zeitungsbericht zufolge ist sechs Tage nach dem Anschlag auf die Moskauer Metro auch die zweite Selbstmordattentäterin identifiziert worden. Dabei handelt es sich nach einem Bericht der Zeitung "Nowaja Gaseta" um eine 28-jährige Lehrerin aus Dagestan. Zuvor wurde bereits eine 17-Jährige aus Dagestan als Täterin ermittelt.

Die "Nowaja Gaseta" zitierte am Sonntag den Vater der mutmaßlichen Selbstmordattentäterin mit den Worten: "Meine Frau und ich haben sofort unsere Tochter Marjam erkannt." Der Mann namens Rasul Magomedow hatte ein im Internet verbreitetes Foto der Täterin zugeschickt bekommen. Magomedow sagte, seine Tochter Marjam Scharilowa sei am Tag vor den U-Bahn-Anschlägen am 29. März spurlos verschwunden.

Bei der anderen Selbstmordattentäterin soll es sich um die 17-jährige Witwe eines ermordeten Rebellen aus dem Nordkaukasus handeln, Dschennet Abdurachmanowa. Bei der Explosion der beiden Bomben in der Moskauer Metro kamen 39 Menschen ums Leben, 90 wurden verletzt.

Selbstmordanschlag in Inguschetien
Bei einem Selbstmordanschlag in der russischen Kaukasusrepublik Inguschetien sind zwei Polizisten getötet worden. Laut Angaben der Staatsanwaltschaft sprengte sich der Attentäter vor dem Hauptquartier der Polizei in der Stadt Karabulak in die Luft. Er zündete einen Sprengstoffgürtel, als ein mit mehreren Beamten besetztes Polizeifahrzeug in das Gebäude fuhr.

Drei Polizisten wurden den Angaben zufolge verletzt ins Krankenhaus gebracht, wo zwei von ihnen starben. Gut eine Stunde später detonierte vor der Polizeiwache noch eine Autobombe, wie die Nachrichtenagentur Interfax berichtete. Dabei sei aber niemand verletzt worden.

In den russischen Teilrepubliken Dagestan, Tschetschenien und Inguschetien im nördlichen Kaukasus kämpfen seit Jahren radikal-islamische Rebellen für die Unabhängigkeit von Moskau. In den vergangenen Monaten gab es in den mehrheitlich muslimischen Gebieten verstärkt Anschläge gegen die Moskau-treuen Behörden und Sicherheitskräfte. Am Mittwoch waren bei einem Doppelanschlag in der Stadt Kisljar in Dagestan zwölf Menschen ums Leben gekommen.

(apa/red)

5.4.2010 09:09