Sonntag, 11. April 2010

Fischer stellte sich Hearing der Grünen: Für Assistenzeinsatz & humanitäres Bleiberecht

  • Noch keine offizielle Wahlempfehlung der Grünen
  • Abwahlmöglichkeit von Nationalratspräsidenten unklar

Bundespräsident Heinz Fischer hat sich anlässlich der Bundespräsidentenwahl am 25. April einem Hearing der Grünen gestellt. Dabei sprach er sich für humanitäres Bleiberecht für Arigona Zogaj aus, außerdem stellte er klar, dass er "kein prinzipieller Gegner eines befristeten" Assistenzeinsatzes sei. Argumente gegen ein Adoptionsrecht für homosexuelle Paare verstehe er nicht, so Fischer weiters. Ob sich das Staatsoberhaupt mit seinem Auftritt eine offizielle Wahlempfehlung der Grünen verdient hat, wird erst entschieden.

Er habe schon früher gesagt, dass man jemandem, der eine gewisse Zahl an Jahren in Österreich lebe, Bleiberecht in Aussicht stellen solle, erklärte Fischer beim Hearing in der Orangerie in Schönbrunn. Die Regierung habe einen anderen Weg gewählt und Maßnahmen zur Verkürzung der Dauer von Asylverfahren gesetzt, wofür auch er stehe, und die Entwicklung gehe in eine "gute Richtung". Im Fall von Arigona Zogaj habe er kein Verständnis für die vielen negativen Emotionen. Er halte die Sache für einen "Fall für das humanitäre Bleiberecht". Dass der Verfassungsgerichtshof (VfGH) der Beschwerde der Zogajs aufschiebende Wirkung zuerkannt habe, sei "vernünftig". Sollte das Urteil letztendlich aber nicht in seinem Sinne ausfallen, werde er sich nicht darüber hinwegsetzen.

Vom oberösterreichischen Grünen-Chef Rudi Anschober mit dem Assistenzeinsatz - der nach Meinung der Grünen teuer ist und wenig bewirkt - konfrontiert, meinte Fischer, es handle sich um eine "heikle Frage", eine klare Verfassungswidrigkeit erkenne er aber nicht. Die Entscheidung über eine Fortsetzung des befristeten Einsatzes müsse sachlich erfolgen, betonte der Präsident. Es sei ihm aber etwas wert, wenn es diesen "beruhigenden Faktor" für die Bevölkerung gebe.

Bekenntnis zum Klimaschutz
Ein Bekenntnis gab Fischer zum Klimaschutz ab: Man dürfe das Thema "nicht in die ferne Zukunft schieben". Die Klimakonferenz in Kopenhagen sei leider "nicht gut" gelaufen, mit UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon habe er aber bereits besprochen, dass man Tempo und Druck erhöhen müsse und eventuell auch eine Konferenz in Wien stattfinden könnte. Zur Freude der Grünen nahm sich der Bundespräsident außerdem vor, nach erfolgreich geschlagener Wahl bei seiner Angelobungsrede im Parlament das Thema Klimaschutz "ordentlich" anzusprechen. Auch bei anderen Gelegenheiten wolle er die Regierung gegebenenfalls "mahnen".

Abgefragt wurde Fischer von Parteichefin Eva Glawischnig auch zur Gleichstellung homosexueller Paare. Er sei glücklich über die jüngsten gesetzlichen Maßnahmen gegen Diskriminierung, die eingetragene Partnerschaft sei ein "großer Schritt". In der Frage von Adoptionen, die Homosexuellen ja derzeit verboten sind, sagte Fischer, es gebe ja auch homosexuelle Paare, die mit Kindern aus früheren Beziehungen zusammenlebten. Nach seinem Gefühl handle es sich deshalb um einen "Streit mit wenig Substanz".

Gegen Positionen von Graf
Nicht festlegen wollte sich Fischer in der Frage nach einer Abwahlmöglichkeit von Nationalratspräsidenten. Er sei "klar" gegen die Positionen des Dritten Nationalratspräsidenten Martin Graf von der FPÖ, mit einer möglichen Abwahlmöglichkeit müsse man aber "vorsichtig" umgehen. Maria Vassilakou, stellvertretende Bundessprecherin der Grünen, sprach Fischer weiters darauf an, dass in einigen Bundesländern Koalitionen mit der FPÖ nicht ausgeschlossen werden. Er werde sich nicht einmischen, sondern darauf beschränken, grundsätzlich gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus Stellung zu nehmen, meinte dieser.

In Sachen "soziale Gerechtigkeit" sprach sich Fischer zwar nicht dezidiert für die Wiedereinführung der Erbschaftssteuer aus, kritisierte aber, dass man nun in der Situation sei, wo noch kleinere Beträge als jene rund 60 Mio. Euro aus der Erbschaftssteuer fehlten. Das Staatsoberhaupt bekräftigte, dass das Budget am 22. Oktober vorgelegt werden müsse, wies aber Forderungen zurück, dass dies noch vor den Landtagswahlen im Herbst passieren müsse. Dass Finanzminister Josef Pröll wie von Glawischnig behauptet zugegeben habe, in Sachen Steuern gelogen zu haben, könne er jedenfalls "nicht gutheißen", so Fischer. Seine Meinung zu Prölls Idee eines Transferkontos hänge überwiegend von dessen Konstruktion ab, meinte Fischer - er sei nicht gegen Transparenz, aber die "Darstellung des Sozialsystems als soziales Hängemattensystem ist nicht das, was wir brauchen".

Im Vorfeld hatten bereits Glawischnig, Bundesgeschäftsführer Stefan Wallner oder Ex-Parteichef Alexander Van der Bellen bekanntgegeben, Fischer zu wählen - alle drei wollen dies nach wie vor tun, wie sie gegenüber der APA erklärten. Ob es eine offizielle Wahlempfehlung geben wird, werde morgen Vormittag in einer Sitzung des Bundesvorstands diskutiert, so Glawischnig, "es ist durchaus möglich, dass es eine gibt", sie wolle dem Gremium aber nicht vorgreifen.

(apa/red)

11.4.2010 16:24
MyHomebound, 11. 04. '10 21:52
Humanitäres Bleibe-Recht
Und wieder einmal wird Österreich und die Österreischische Gesetzgebung vom BP VERRATEN. Er animiert damit sogar noch weitere solcher Personen, den Staat zu ERPRESSEN, wenn JEDER es medienwirksam genug macht, klar dann darf er dableiben..nach unserem Bundesheinz.
Ein BP ist so unnötig und kostet uns nur, und noch dazu einer der Österreich NUR VERRÄT und in den Rücken fällt..ist zu vergessen
nonane, 12. 04. '10 09:05
Re: Humanitäres Bleibe-Recht
ganz genau! Darum X Barbara Rosenkranz.
Ferdiburli, 11. 04. '10 19:48
Die Karriere der Arigona ist vorgeschrieben:
Lediges Kind, Mandat bei den Grünen (am besten als Asylbeauftragte), NR-Abgeordnete, ein Buch schreiben (Wie ich die Republik Österreich foppte), Film und - letztendlich Kandidatur für den Job des Bundespräsidenten.
DKNY2009, 11. 04. '10 19:42
GANZ STILL UND LEISE - UNSER BP - ICH HAB AUF IHN VERGESSEN
Ein BP, ein ehemaliger Parteisoldat, wie kann ein solcher für "Alle" da sein? Welches Handeln, welche Werte vertritt Herr BP Fischer eigentlich? - ich hab´s vergessen bzw. habe in seinem bisherigen Handeln in Ausübung seiner Funktion als BP keine großartigen Taten für Österreich erkennen können.
Ich gehe nicht zur Wahl.
Marc99, 11. 04. '10 19:27
Links-Linker-Fischer
Jetzt muß es wohl endlich auch der naivste Wähler kapiert haben dass Fischer kein Präsident "für alle Österreicher" ist.
sidestep, 11. 04. '10 16:57
Danke HBP Fischer
Ich wollte Sie ohnehin nicht wählen und wollte auch nicht zur Wahl gehen. Mit Ihrer Stellungnahme zu den Zogaj`s haben Sie erreicht, dass ich nun doch zur Wahl gehen werde. Wo ich mein Kreuzerl mach ist auch schon sicher. Wollen wir wetten dass Sie es nicht sind?
Freak40, 11. 04. '10 18:44
Re: Danke HBP Fischer
eine volle Anbiederung an den linken Rand.Hat ja auch in Lissabon brav unterschrieben der Häusl-Heinzi und uns das Ostblockbandengesindel beschert.Er sollte auch mal wieder zu seinen Freunden nach Nordkorea und dort den Massenmördern die Hände schütteln und den Boden küssen.
Bin_Maden, 11. 04. '10 19:29
Re: Danke HBP Fischer
Ist aber weitaus besser als Anbiederungan den rechten Rand, die Akzeptanz der "sozialen Heimatpartei" (was für eine lustige Umschreibung *gg* ,der Luis Trinker..........ääh Trenker wäre da sicher dabei!) ist ohnehin schon viel zu hoch. Muss sagen, der Herr BP vertritt moderne Ansichten gepaart mit Menschlichkeit, welch wohltuender Gegensatz zur Multimamma Kellerkranzerl.
keinauto, 12. 04. '10 07:08
Re: Danke HBP Fischer
Unser lieber HBP hat sich nirgendwo anzubiedern!!
Basta!!
sidestep, 12. 04. '10 08:37
Re: Danke HBP Fischer
Warum scheut der HBP eine Konfronataion im Fernsehen? Dazu einige Vermutungen:
1.) Er ist zu abgehoben und meint er habe es nicht notwendig

2.) Er hat Angst dass man ihn fragen könne warum er den "Sieg-Heil-Sager" zu relativieren versucht anstatt sich zu entschuldigen.

3.) Der Mann glaubt, er müsse überhaupt nichts mehr tun um für seinen ohnehin feststehenden Sieg noch zu kämpfen.

Diese Liste ließe sich beliebig lange fortsetzen. Der Mann ist ein Notar und ein SPÖ-Apparatschik. Dort meint man noch immer, dass man Siege ungefährdet einfahren könne. Die vergangenen Wahlen, bei denen die SPÖ zu einer Kleinpartei verkommen ist, haben gezeigt, dass es anders ist. Schaut nur nach Ungarn - RECHTS ist angesagt! Ob ich das gut heiße oder nicht steht nicht zur Debatte!
keinauto, 12. 04. '10 09:05
Re: Danke HBP Fischer
Ich stehe nicht LINKS. Aber die Entwicklung in Ungarn
macht mir Sorge!