Gehring schießt sich auf Heinz Fischer ein:
Bundespräsident dulde Verfassungsbrüche
- "Hält sich nur an Verfassung, wenn's ihm genehm ist"
- Christlicher Hofburg-Kandidat erntet Kritik von Kirche

·Straches Kritik prallt an Rosenkranz ab
FPÖ-interner Zwist nach
"unpräzisen Aussagen"
·"Sieg Heil": Wirbel um Sager von Fischer
Umstrittene Aussage
fiel 1989 im Nationalrat
·Altsozialistisch und deutsch-national
Wahlkampfauftakt: Kritik von Gehring an Rivalen
·Rudolf Gehring nimmt
Rosenkranz ins Visier
Zweiter Platz Ziel des
christlichen Kandidaten
Präsidentschaftskandidat Rudolf Gehring von der Christenpartei schießt sich nun im Wahlkampf auf das amtierende Staatsoberhaupt Heinz Fischer ein. Man habe den Eindruck, dass dieser "sich nur dann an die Verfassung hält, wenn es ihm genehm ist", erklärte Gehring bei einer Pressekonferenz. Außerdem schweige die Hofburg zur sozialen Situation vieler Menschen.
Anfangs habe die Regierung versprochen, dass es zur Budgetkonsolidierung keine neuen Steuern geben soll, meinte Gehring, nun sei das anders und außerdem solle das Budget für 2011 verschoben werden. Fischer akzeptiere diese Vorgangsweise, dies zu unterstützen oder zu dulden sei aber ein "klarer Verfassungsbruch", kritisierte Gehring. Auch sei es die Aufgabe eines Bundespräsidenten, sich sozialer Anliegen der Menschen anzunehmen, verwies Gehring auf den Fall eines Familienvaters, der Schwierigkeiten habe, eine adäquate Schulausbildung für seinen schwerbehinderten Sohn zu finden und mit seinen Sorgen bei Fischer wegen mangelnder Zuständigkeit abgeblitzt sei.
Missbrauchsfälle schaden nicht
Kritik seitens der katholischen Kirche, weil Gehrings Wahlkampfauftaktveranstaltung mit einer Messfeier in der Pfarrkirche St. Paul in Wien-Döbling eröffnet worden war, wies der Präsidentschaftskandidat zurück: "Man wird mir meinen Glauben nicht einschränken." Man habe die Parteipolitik aus der Kirche "völlig" herausgehalten, und er würde auch als Bundespräsident immer wieder in die Messe gehen, betonte Gehring.
Dass ihm das Bekanntwerden vieler Missbrauchsfälle in der Kirche schaden könnte, glaubt Gehring nicht, denn die Gläubigen könnten sehr wohl unterscheiden und auch er halte die Trennung von Kirche und Staat "genau" ein. Prinzipiell glaube er aber, dass die Kirche nun "sehr gut" mit den Missbrauchsfällen umgehe. Kritik, dass der Papst zu diesem Thema schweige, lässt Gehring nicht gelten, denn dieser habe sich "schon wiederholt dazu geäußert".
